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Wellen Teil 2

Wellen Teil 2

Anhand der enormen Berichte, die ich in den letzten Wochen gepostet habe😉 , seht ihr, was hier passiert: fast nichts. Insofern gibt es heute von uns wenigstens mal ein paar Bilder. Und den Hinweis: es geht uns nach wie vor gut hier in NazarĂ©.

Portugal Nazaré
Portugal Nazaré
Portugal-Nazaré im Normalzustand
und wenn es zur Sache geht…..
Werft, Bootsgestelle, portugiesische Anker

Werft, Bootsgestelle, portugiesische Anker

Tja, wir sind immer noch in der Werft und werden es wohl auch noch 2 bis 3 weitere Monate sein. Ist aber nicht so schlimm, wir haben es hier relativ gut. Und stehen sicher. Da kommen wir auch gleich zum Thema. Gestellversionen der Schiffe. Da sehen wir hier schon ein paar abenteuerliche Versionen.

die Mercedes Variante

Wir sind froh, dass wir die Mercedes Variante gewĂ€hlt haben. Mit diesem Gestell von Atlantic Marine, fĂŒhlen wir uns sicher, auch wenn das Boot bei krĂ€ftigem Wind zittert und ich dabei jedes Mal zusammenzucke. Bisher haben wir zum GlĂŒck aber nur recht wenig Wind ĂŒber 30 Knoten gehabt.

Die Bootsarbeiten kommen langsam, sehr langsam, voran. Schuld ist zum einen das Wetter, der komplette Oktober war ziemlich unbestĂ€ndig gewesen. Dann kommt natĂŒrlich auch immer wieder etwas zu der sowieso schon langen To Do Liste hinzu. Bei uns war es diesmal „nur“ ein kleines Löchlein im Ankerkasten, das Alec (ein hier ansĂ€ssiger EnglĂ€nder. Er fĂŒhrt u.a. Niroarbeiten aus, vermietet kleine Container und Gestelle) zu schweißen sollte. Tja, beim Schweißen wurde das Loch immer grĂ¶ĂŸer, statt kleiner. Der Rost hat einfach zu sehr am Stahl genagt. Das Ende vom Lied: eine kleine Platte musste eingeschweißt werden, 20 x 20 cm. Und das alles geht hier nun mal nicht so von heute auf morgen.

ein Loch – zum GlĂŒck nur im Ankerkasten
das tut weh!
alles wird gut 😊

Na ja und die Lackierarbeiten, also die Hauptarbeiten, Rumpf und Deck wollen wir dann machen, wenn es im FrĂŒhjahr wieder wĂ€rmer wird.

Hinter uns liegt ĂŒbrigens ein kleines Motorboot mit einem hier sehr verbreiteten Anker. Wenn man ĂŒberhaupt von einem Anker reden kann. Wir haben diese Variante schon drĂŒben in der Marina bei vielen kleinen Fischerbooten gesehen. Auch unser Nachbar gegenĂŒber hatte so einen. Effektiv kann er bestimmt nicht sein. Vor einigen Wochen war er, also unser ehemalige Nachbar in der Marina, zum Fischen rausgefahren. Kurz hinter der Hafeneinfahrt hatte er wohl entweder Motorschaden, oder etwas in die Schraube bekommen. Das Ende ist traurig. Wir können nicht sagen, ob er versucht hat, den Anker zu schmeißen. Das Boot ist in die Brandung und an den Strand getrieben worden. Zum GlĂŒck ist aber keiner zu Schaden gekommen.

ein trauriges Ende
Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr
Behörden, Behörden und klar, noch mehr Behörden

Behörden, Behörden und klar, noch mehr Behörden

Autokauf und
klar:  Behörden

Die erste Behördenerfahrung machen wir, als wir den Autokauf planen. Ohne eine Fiscal-, bzw. Steuernummer geht da gar nichts. Wir begeben uns also zum Finanzamt und dort erhalten wir relativ schnell, ohne Probleme und Kosten, eine Steuernummer.

Beim Autokauf bekommen wir einen vorlĂ€ufigen Fahrzeugschein (Ein vom HĂ€ndler ausgefĂŒllten DIN A 4 Zettel). Der HĂ€ndler hat fĂŒr uns bei der Zulassungsstelle einen Fahrzeugschein beantragt – online. Zugestellt wird dieser per Post. Dauer: um die 4 Wochen. Nach 8 Wochen warten wir immer noch. Da muss doch irgendetwas schief gegangen sein? Ich frage beim HĂ€ndler nach. Ob er sich bitte mal schlau machen könnte? Und prompt bekomme ich seine Antwort: Der Brief konnte nicht zugestellt werden und ist an die zustĂ€ndige Behörde in Lissabon zurĂŒckgesandt worden.

vorlÀufiger Fahrzeugschein

Aber wir könnten gerne in Nazaré zur Registo (Zulassungs- bzw. Registrierstelle) gehen und dort um erneuten Versand bitten.

Puh, das auch noch. Am nÀchsten Tag mache ich mich auf dem Weg. Die Behörde nennt sich Conservatoria do Registo Civil. Aah, daran bin ich schon ein paarmal vorbeigelaufen, hatte immer gedacht, dass es sich um eine Musikschule handelt J.

Vor der TĂŒr stehen schon ein paar Leute. In Coronazeiten darf immer nur einer zurzeit rein. Wenn sich dann die TĂŒr öffnet, stĂŒrzen sich immer ein paar Leute auf die nette Dame und stellen ihre Fragen, holen sich vielleicht auch einen Termin? Ich schau mir das an und beim 2. Mal stĂŒrze ich mich auch auf sie: Fala inglĂ©s? Sprechen sie Englisch? Einer der ersten SĂ€tze, die wir hier in Portugal lernten. Ich erklĂ€re ihr unser Problem, sie wiederum gibt es an einen Kollegen weiter und ich habe GlĂŒck, wir benötigen keinen Termin, der Kollege kann sich gleich um mich kĂŒmmern. Ich zeige ihm die Email vom HĂ€ndler. Alles kein Problem. Er schreibt eine Mail an die Behörde in Lissabon und wenn der Schein denn bei ihm eingetroffen ist, ruft er uns an. Kann eine Woche dauern. Nun gut, es hat drei Wochen gedauert, aber jetzt haben wir ihn!

So, jetzt könnten wir mit dem Auto endlich nach Deutschland fahren. Wenn nicht schon SpĂ€therbst und Corona nicht wĂ€re. Wir peilen das nĂ€chste Jahr an. Aber auch das ist nicht so einfach. Das Auto muss einmal im Jahr zum TÜV. Und wir können erst 3 Monate vor Ablauf den TÜV verlĂ€ngern. Und da war doch noch etwas? Ja, Kfz.-Steuer mĂŒssen wir auch zahlen. In Portugal bekommt man dafĂŒr keine Rechnung vom Finanzamt und einen Abbuchungsauftrag gibt es auch nicht.  Aber: Es gibt online eine Möglichkeit. Man kann sich bei acesso.gov.pt. registrieren und hat dann Einblick in seine offenen Rechnungen und es soll dann auch möglich sein, die Kfz.-Steuer (ca. 58 Euro im Jahr fĂŒr unser Auto) zu ĂŒberweisen. Das wĂ€re doch etwas fĂŒr uns, denn wenn der Betrag fĂ€llig ist, dann sind wir in DE. Und zu spĂ€t zu zahlen ist hier fast noch schlimmer, als bei uns in DE.

Also fange ich an, mich auf der Seite zu registrieren. Puh, alles auf Portugiesisch. Das wird mĂŒhsam. Aber schließlich bin ich durch und erhalte die Meldung: Die Geheimnummer wird per Post zugestellt. Oh Mist, dass haut doch sicher nicht hin, ich hatte unsere deutsche Adresse angegeben, so wie sie auch bei unser portugiesischen Steuernummer hinterlegt ist. Dumm gelaufen. Und nun? Ich mache mich wieder auf zum Finanzamt. Eigentlich brĂ€uchte man neuerdings einen Termin, um vorgelassen zu werden. Ich stelle mich dumm, es wartet eh nur ein Portugiese vor mir und als er das GebĂ€ude verlĂ€sst, schummle ich mich einfach rein. Auch hier habe ich wieder GlĂŒck, es ist gleich jemand fĂŒr mich da. Ich erklĂ€re das Problem, welches letztendlich keines ist, denn ich bekomme vor Ort den Zugangscode. Muss ein Formular unterschreiben und kann mich anschließend zu Hause bequem am PC einloggen.

Tja und etwa eine Woche spÀter erhalte ich Nachricht von unserer Freundin: bei ihr liegt ein Brief aus Portugal, könnte wichtig sein, verstehen tut sie jedoch nur Bahnhof, ist alles auf Portugiesisch geschrieben. Da ist doch glatt unser online beantragter Freischaltcode in DE angekommen. Alle Achtung, damit hÀtten wir nun nie gerechnet.

Portugiesisch lernen wÀre doch nicht schlecht

Durch einen Segler, der hier in NazarĂ© schon lĂ€nger mit seinem Schiff liegt, erhalten wir den Tipp, uns in der öffentlichen Schule in Sao Martinho do Porto zu einem kostenlosen Sprachkurs fĂŒr AuslĂ€nder anzumelden. Der Ort liegt nur 10 km weiter sĂŒdlich, ist also leicht mit dem Auto zu erreichen.

Wir wollen uns dort auf die Liste setzen lassen. Sollte doch einfach sein, oder? Aber da haben wir falsch gedacht. Portugiesen lieben die BĂŒrokratie und Formulare. Ich bekomme schon mal 4 Seiten mit, dazu einen Zettel, zu welchen Behörden wir in NazarĂ© mĂŒssen.

Denn: wir benötigen nicht nur die Steuernummer, nein wir benötigen auch noch eine Bescheinigung, dass wir in NazarĂ© wohnen. Tun wir ja auch eigentlich, wenn auch auf unserem Schiff. Also machen wir uns auf zum Rathaus, nur um zu hören, dass wir einen Termin benötigen. Eine Woche spĂ€ter stehen wir dort wieder vor der TĂŒr. Wir bekommen einen englischsprachigen Beamten zugewiesen. ErklĂ€ren ihn, dass wir das Dokument benötigen, um zu Schule gehen zu können. Die angegebene Adresse SY Tanamera im Hafen von NazarĂ© wird akzeptiert und nach eine halben Stunden und 35 Euro Ă€rmer sind wir im Besitz eines Certificado de Registo de Cidadao da Uniao Europeia. Aber das ist ja noch nicht alles, wir mĂŒssen noch ins NachbargebĂ€ude und uns dort ein Atestado de Residencia holen. 

So, jetzt geht es wieder zur Schule, wir haben alles zusammen, um endlich auf die besagte Liste zu kommen. Ach ja, ein Passbild wird auch noch verlangt. Was tut man nicht alles, um portugiesisch zu lernen.

Das Ende vom Lied? Covidzeiten. Neue Regelungen. Wir bekommen zwei Wochen spÀter eine Email, dass wir zwar immer noch schön auf deren Liste stehen, zurzeit aber keine Möglichkeit besteht, einen Kurs zu besuchen. Grrrrrrrr.

Und darauf brauchen wir jetzt einen Ginja, ein Art Likör, saulecker

Gespannt auf mehr Meer

Gespannt auf mehr Meer

Wir hatten schon ĂŒber das Surfparadies von NazarĂ© geschrieben. Im Herbst/FrĂŒhjahr ist fĂŒr die Surfer Hauptsaison. Einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen wir jetzt. Aber wirklich nur einen kleinen. Wir haben fĂŒr die Surf-/Wellenvorhersage extra eine App installiert. MSW (Magicseaweed). Dort sehen wir die vorhergesagte DĂŒnung und die Brandung. Freitag ist jetzt der Tag. Die vorhergesagte DĂŒnung ist nur ca. 3 Meter hoch, aber durch den vor NazarĂ© liegenden Unterwassercanyon entsteht eine Brandung von um die 7 Metern.

Da mĂŒssen wir natĂŒrlich gucken gehen. Sogar Wolfgang lĂ€sst sein Werkzeug samt Boot links liegen und wir machen uns auf zum nördlichen Leuchtturm – wie hunderte anderer Menschen auch. So voll haben wir es hier noch nie gesehen. Wir sind ja wenigstens so schlau und gehen zu Fuß dorthin, ParkplĂ€tze sind dort nĂ€mlich Mangelware. Und insofern werden die ganzen Autos bzw. Schaulustigen, an denen wir vorbeilaufen, wohl erst das Spektakel sehen, wenn es vorbei ist – wenn sie denn mal einen Parkplatz gefunden haben.

Baden gehen ist heute verboten

Von dem Leuchtturm am Forte de Sao Miguel Arcanjo können wir alles gut ĂŒberblicken. Auf der sĂŒdlichen Seite, vor NazarĂ© ist kaum was los. Klar, die Brandung am Strand ist recht heftig und alle Badeflaggen stehen auf rot. Aber so richtig ab geht es im nördlichen Teil.

Es brandet und schÀumt, dazwischen toben sich die Surfer und die jeweiligen Jetskihelfer aus. Es ist ja nur ein wirklich kleiner Vorgeschmack, auf das, was hier abgehen wird wenn es mit den Wellen erst einmal so richtig losgeht. Aber es ist so schon beeindruckend.

Die Surfer werden von den hochmotorigen Jet Skis in den Wartebereich gezogen. Die sollen so um die 500 PS unter der Haube haben. Die Fahrer verstehen ihr GeschĂ€ft. Wenn ein Surfer so eine Welle heruntergesurft ist, oder eventuell in Schwierigkeiten gerĂ€t, muss der Jetskifahrer schnell reagieren und die Surfer aus der Gefahrenzone wieder herausziehen. Von hier oben sieht es fĂŒr uns teilweise beĂ€ngstigend aus. Wir beobachten das Geschehen eine ganze Zeit und sind uns einig: wir sind mehr als gespannt auf „die perfekte Welle“.

Werftleben

Werftleben

Der Tag fing ruhig an. Morgens gehen wir in die Stadt, hinterher wird kurz  zu Mittag gegessen und  danach dösen wir halb auf der Couch ein. Nach so einem Mahl ist auch eine Mittagsstunde angesagt, oder?

Aber der Energiesparmodus wird jĂ€h unterbrochen, als das Telefon klingelt. Dody ist dran: Alberto, der KranfĂŒhrer meint, wir sollten doch bitte in 1,5 Std. am Kran sein. Heute! Morgen und Freitag wĂŒrde viel anliegen und er wĂŒrde uns lieber heute schon kranen. Da mĂŒssen wir uns sputen. Wolfgang geht zum WerftgelĂ€nde zur Fa. Atlantic Marine und macht klar, dass wir die BootsstĂŒtzen und den Dampfstrahler heute noch benötigen, ich schicke Alec eine Nachricht wegen dem Mietcontainer und dem BaugerĂŒst, gehe danach zum Marineoffice um zu zahlen.

Ein Wermutstropfen: wir kriegen keine Karte fĂŒr die WC Anlagen im SĂŒdhafen. Sobald ein Schiff nicht mehr in der Marina liegt, darf man auch nicht mehr die WCÂŽs benutzen. Keine Ausnahme. Es steht so in den Clubstatuten. Es wurde zu viel Schindluder getrieben und die Karte an andere weitergegeben. So mĂŒssen wir eben die nicht so schönen Anlagen in der Werft in Anspruch nehmen. Die Duschen dĂŒrfen wir aber fĂŒr 1,50 Euro drĂŒben in der Marina benutzen. Das ist wenigstens etwas.

Beim Kran erwarteten uns schon Dody und ihre Freunde Jörg und Steffi aus Hamburg von der SY BigFoot. Die beiden sind mit dem Auto unterwegs zu ihrem Schiff und haben hier einen Zwischenstopp eingelegt.

Dann geht alles ganz flott und ruck zuck stehen wir draußen.

Abends bekommen wir noch eine grĂŒndliche Bootsinspektion. Wunderten uns schon, was so an der Leiter rödelte. Bis plötzlich ein paar grĂŒne Augen im Niedergang auftauchten. Es sind drei Katzen. Eine Mutter (Janis) mit Ihren 2 Jungen. Alles wird grĂŒndlich angeschaut, dann geht es wieder die Leiter runter, sie ĂŒbernachten doch lieber drĂŒben bei Dody.

Am nĂ€chsten Tag fangen wir  an und rĂ€umen die Sachen, die auf dem Schiff herumschwirren, um in den Container. Der ist zum GlĂŒck ganz schön groß, fĂŒr die Langzeitnutzung zahlen wir 100 Euro per Monat. Aber es ist schon schön, einen abschließbaren Raum fĂŒr die SegelsĂ€cke, Farbe, Benzinkanister und und
 zu haben.

Zwischendurch erzĂ€hlt uns Dody, dass abends Grillen angesagt ist. Es wird eine große Runde, jeder hat eine Leckerei mitgebracht. Gerade richtig nach so einem anstrengenden Umzugstag.

Und wie immer gewöhnen wir uns schnell an das Werftleben. Es sind natĂŒrlich einige Negativpunkte, zusĂ€tzlich neben der Arbeit, die anliegt: Von und an Bord geht es nur ĂŒber die Leiter, Schmutzwasser wird in der SchĂŒssel gesammelt und dann per Eimer und Tau nach unten befördert. Die EinkĂ€ufe werden per Tampen hochgezogen und natĂŒrlich ist unsere Bordtoilette ist tabu.

Es ist hier zurzeit verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig ruhig und auch nicht ganz so staubig wie vor zwei Jahren in Santa Cruz. Und bis jetzt ist es wettermĂ€ĂŸig auch moderat in den Temperaturen. Nur ist es morgens erst noch recht feucht durch den Nebel, der sich hier herumtummelt. Meist verzieht er sich aber im Laufe des Vormittags und die Sonne kommt hervor.

Die To-Do Liste fĂŒrs Schiff ist recht lang. Die Hauptarbeit ist aber das Lackieren. Nicht nur das Unterwasserschiff ist fĂ€llig, nein auch der Rumpf incl. Deck. Der weiße Lack hat in der Karibik gelitten und ist stumpf und unansehnlich geworden. Der letzte Anstrich liegt ca. 6 Jahre zurĂŒck. Wir werden jetzt auch im Oberwasserbereich Jotun einsetzen. Mit der Marke als Antifouling sind wir schon hochzufrieden und jetzt hoffen wir, dass sich Jotun auch im oberen Bereich bewĂ€hrt.

Wie lange wir jetzt hier draußen stehen werden, steht in den Sternen. Wir (Wolfgang) lassen es diesmal etwas ruhiger angehen und machen auch mal einen Tag blau.

Chillen mit Max
Werfttermin! – Werfttermin?

Werfttermin! – Werfttermin?

NazarĂ© ist ein Fischereihafen. Auf der SĂŒdseite sind ein paar Stege fĂŒr Segler, bzw. Motorboote und auf der Nordseite befindet sich die eigentliche Marina. Wobei das Wort Marina falsch ist, denn es handelt sich um den Club Naval da NazarĂ©, ein Segelverein, der ein paar LiegeplĂ€tze fĂŒr Besucher zur VerfĂŒgung stellt (in der Hauptsaison 133 Euro die Woche, 436 Euro per Monat, in der Nebensaison 305 Euro per Monat fĂŒr ein 10 Meter Schiff).

Portugal Nazaré Hafen

Auf der SĂŒdseite befindet sich eine Werft der Docapesca. Dort waren wir gleich nach unserer Ankunft und hatten uns den Betrieb angeschaut und auch mit Alberto wegen einem Slip Termin gesprochen. Ja, Anfang August sollte es kein Problem sein.  Wir hĂ€tten auf das Wort sollte hören sollen.

Es ist eine sehr betriebsame Werft. Auf dem GelĂ€nde gibt es Boat Marine (Zubehör und Verkauf von Motorbooten) Atlantic Marine (allg. Bootsarbeiten, Zubehör, Yanmar Motorservice, Zubehör, Verleih von BootsstĂŒtzen) Alec (ein EnglĂ€nder, der Niroarbeiten ausfĂŒhrt und auch BootsstĂŒtzen, Container verleiht). ErwĂ€hnenswert ist auch ein kleines CafĂ©/Bar namens Lena. FĂŒr eine Verschnaufpause nach der Arbeit am Boot gerade der richtige Ort.

Portugal Nazaré Hafen

Der Platz ist streng unterteilt in PlĂ€tze fĂŒr GFKboote, Fischer und eine kleine Ecke ist fĂŒr Stahlschiffe vorgesehen (nicht, dass diese „RostschĂŒssen“ die anderen Schiffe kontaminieren). Albeerto ist bei Docapesca angestellt und ist fĂŒrs Kranen zustĂ€ndig. Er ist von der alten Schule. Computer, Smartphone, Terminkalender scheint er zu meiden, er hat alles im Kopf.

Seit einem Monat versucht Dody uns in das fĂŒr uns nicht vorhandene Terminsystem in der Werft einzufĂŒhren, aber der Nebel lichtet sich bei uns nur langsam. Es ist fĂŒr uns aber wirklich schwierig, das System hier zu verstehen, denn eigentlich gibt es keine Termine. Wenn ein Schiff ins Wasser geht, kommt das nĂ€chste an Land. Alberto weiß, dass wir auf einen Sliptermin warten, wie er uns allerdings kontaktieren will ist uns fraglich. Wir sollen halt öfter auf der Werft vorbeischauen. Mittlerweile wissen wir, wo wir hin sollen und wenn das Motorboot endlich ins Wasser kommt, können wir einen Tag und Uhrzeit mit Alberto ausmachen.

Portugal NazarĂ© Marina – noch haben wir es sehr bequem

Eigentlich sind es sogar zwei Motorboote, die demnĂ€chst zurĂŒck ins Wasser wollen. Eines soll halt diese Woche ins Wasser kommen (Das Motorboot wartet allerdings auf seine Schiffsschraube. Die ist beim Kalibrieren und die Firma hofft, dass sie es bis nĂ€chste Woche hinbekommt. Das wird eng werden, denn spĂ€testens Freitag mĂŒssen wir an Land, denn danach hat Alberto 2 Wochen Urlaub
..), das andere wartet noch auf eine Abnahme.

Und das ist hier zurzeit eben ein grĂ¶ĂŸeres Problem. Alle Schiffe unter portugiesischer Flagge benötigen alle zwei Jahre eine Abnahme, so eine Art TÜV fĂŒr Schiffe. Egal ob es sich um Fischer, Segelschiff oder Motorboot handelt. Dies wird durch die Capitaneria durchgefĂŒhrt. Nur – der Chef der Capitaneria war an Covid erkrankt – seine Mitarbeiter wurden alle in QuarantĂ€ne geschickt. Und jetzt muss alles aufgearbeitet werden. Kein leichtes Unterfangen, denn sie sind nicht nur fĂŒr NazarĂ© zustĂ€ndig.

Jetzt wird uns auch langsam klar, warum wir hier so viele Schiffe unter belgischer, bzw. polnischer Flagge sehen.

Wir wollen die Bootsarbeiten ja selber ausfĂŒhren, also nicht Atlantic Marine dafĂŒr anheuern. Insofern mĂŒssen wir uns auch selbst um BootsstĂ€nder, Dampfstrahler, BootsgerĂŒst bemĂŒhen. Das ist zum GlĂŒck recht einfach, denn wir können alles vor Ort mieten. Das hört sich jetzt teuer an, ist es aber eigentlich nicht. FĂŒr die BootsstĂŒtzen zahlen wir pro Tag um die 2,00 Euro. Bei Alec haben wir nach GerĂŒst und einem kleinen Container gefragt. Wir wissen sonst nicht wohin mit all dem Kram, den wir an Deck gestapelt haben. Das muss weg, wenn wir das Deck streichen. FĂŒr den Container verlangt Alec 120 Euro im Monat.

Die Preise der Werft sind auch sehr moderat. Travellift 82,57 Euro x 2, StandgebĂŒhr 92,43 pro Monat. Hinzu kommt noch die Steuer von 23 %. FĂŒr diese Preise nehmen wir dann auch gerne (grummel 😁) eine kleine Wartezeit in Kauf.. .

NazarĂ© – werden wir etwa sesshaft?

NazarĂ© – werden wir etwa sesshaft?

Mit dem Auto unterwegs – SantarĂ©

Dody hat ein Auto. Das ist schön. Nur können wir ja nicht alle Naslang fragen, ob sie uns irgendwo hin fĂ€hrt. Wir wollen auch eins! Und so schwer ist es dann gar nicht, in Portugal ein Auto zu bekommen, wenn man denn weiß, was man alles zu beachten hat. Viel ist es eigentlich nicht. Als erstes gehen wir zum Finanzamt und holen uns eine Steuernummer. Das ist kostenlos. Erste HĂŒrde geschafft. Jetzt fehlt das Auto. Online gibt es zwei Seiten so Ă€hnlich wie Ebay Kleinanzeigen (olx.pt und custojusto.pt). Dort melden wir uns an und schwupps, erhalten wir schon mal eine Auswahl an Fahrzeugen.

Die Kontaktaufnahme der KĂ€ufer erweist sich dann aber doch etwas schwierig. Ich schreibe und frage nach – auf Portugiesisch, dank Deepl Übersetzer. Nur, eine Antwort kommt selten. Anrufen können wir vergessen, portugiesisch können wir nicht. Außerdem merken wir schnell, dass es fĂŒr die Autosuche auch besser wĂ€re, eben ein Auto zu haben, um zu den einzelnen Leuten fahren zu können. Also muss ein Leihwagen her. Wir finden einen Anbieter in NazarĂ© und kurz darauf fahren wir zu einem HĂ€ndler nach Benedito, 30 km entfernt. Er hatte ein passendes Fahrzeug online eingestellt.

Das einzige Problem: er kann kein Wort Englisch. Also kommt wieder Deepl Übersetzer dran, ab und zu wird sein Schwiegersohn per Handy angerufen, der kann englisch und wir setzen Dody ein. Ein paar Stunden spĂ€ter sind wir stolze Besitzer eines 20 Jahre alten Ford Focus. Etwas Papierkrieg ist dabei, aber nicht viel. Einen richtigen Kaufvertrag gibt es hier nicht. Eher so eine Art Besitzerbescheinigung. Der HĂ€ndler hat das von offizieller Stelle bestĂ€tigen lassen und so circa in 3 bis 4 Wochen sollen wir vom Amt dann den Fahrzeugschein per Post erhalten. Das mit dem TÜV lĂ€uft auch anders. Jedes Jahr muss das Fahrzeug hin. Wir haben GlĂŒck, unser Wagen war gerade da gewesen. Und auch die Fahrzeugsteuer ist schon fĂŒr ein Jahr bezahlt. Das ist nicht besitzerbezogen, sondern fahrzeugbezogen. Soll auch nicht teuer sein, so um die 30 Euro.

Jetzt fehlt ja nur noch die Autoversicherung. Dody hat fĂŒr uns in NazarĂ© bei ihrer Versicherung nachgefragt. Dort wĂŒrde es 270 Euro im Jahr kosten. Der HĂ€ndler ruft vor Ort einige Versicherungen an und findet eine, die uns fĂŒr 230 Euro Teilkasko versichert. Und er fĂ€hrt uns sogar hin. Mit unserem Auto, das wir zwar noch nicht bezahlt haben, aber auch noch nicht versichert ist. Hier in Portugal ist es wohl nicht unĂŒblich, wir hĂ€tten mit dem Wagen auch nach NazarĂ© fahren können und dort die Versicherung abschließen können. Rote Nummern wie in Deutschland sind hier unbekannt. Nachdem diese letzte HĂŒrde genommen ist, sind wir jetzt endgĂŒltig nach 5 Jahren mal wieder Besitzer eines Fahrzeuges.

Es ist fĂŒr uns einfach einfacher. Teilweise sind die Wege hier leider etwas weiter. Dazu kommt, dass wir wohl einige Monate, wenn nicht sogar ein Jahr in Portugal bleiben. Wir wissen es einfach noch nicht. Fest steht aber, dass wir mit dem Wagen nach DE fahren werden. Wir können das Schiff etwas mehr entrĂŒmpeln und auf dem Wege zurĂŒck können wir den Wagen mit ganz vielen Köstlichkeiten beladen.

Nazaré

Nazaré

08.07.20 Nazaré

Sind wir wirklich schon 1 Woche hier? Gott, vergeht die Zeit.

Portugal Nazaré Hafen

NazarĂ© gefĂ€llt uns. Es ist ein kleiner, touristischer Ort, nur zurzeit ohne die Massen an auslĂ€ndischen Touristen. NazarĂ© hat nur etwa 10000 Einwohner, kommt uns aber irgendwie grĂ¶ĂŸer vor. Wahrscheinlich, weil der Ort aus einer Ober- und Unterstadt besteht und so grĂ¶ĂŸer wirkt.

Das Erste, was uns bei der Ankunft aufgefallen ist, ist der Strand. Links und rechts von NazarĂ© gibt es kilometerlange, weiße StrĂ€nde. Wegen der Brandung ist es nicht unbedingt ein Badeparadies aber dafĂŒr umso mehr fĂŒr Wellensurfer. Vor einigen Jahren wurde hier eine Welle von sage und schreibe 30 Metern Höhe gemessen. Dabei ist NazarĂ© erst seit ungefĂ€hr 2010 als Surfparadies ins Gerede gekommen, als DER Surfer McNamara NazarĂ© besuchte. Die gewaltigen Wellen, die im Herbst bzw. FrĂŒhjahr entstehen, werden durch einen Unterwassercanyon erzeugt

NazarĂ©, die Unterstadt, hat eine tolle Strandpromenade. NatĂŒrlich mit vielen Souvenirshops, Bars und Restaurants. Sehr oft sehen wir Ă€ltere Frauen, die am Gehweg sitzen und ein Schild in die Höhe halten: Wohnungen zu vermieten. Und das gleich in verschiedenen Sprachen. Die vielen Seitenstraßen sind schmal und auch dort finden wir immer wieder nette Lokale und CafĂ©s, sogenannte Pastelarien. Die gibt es wahrlich wie den Sand am Meer. Es ist schön, draußen zu sitzen, einen MilchcafĂ© der Espresso zu schlĂŒrfen und dabei die Passanten zu beobachten. Und dazu vielleicht noch ein leckeres Vanilletörtchen? Einfach lecker und hier auch endlich mal wieder bezahlbar.  Dann natĂŒrlich die Restaurants. Wir haben Nachholbedarf und haben schon einiges ausprobiert. Preise unter 10 Euro ein Gericht und bisher was alles megalecker.

In den kleinen Seitenstraßen gibt es natĂŒrlich nicht nur Bars, sondern auch Apartments, Mietwohnungen, Ferienwohnungen. Nicht selten steht unten auf der Straße ein kleiner Grill. Wo soll der arme Portugiese auch sein Mittagessen grillen, wenn kein Balkon vorhanden ist. Und manchmal stolpert man sozusagen ĂŒber ein Gestell mit Fisch, welcher zum Trocknen in der Gasse steht.

Warum haben wir eigentlich NazarĂ© als Anlaufhafen gewĂ€hlt? Schon vor Monaten haben wir nach einem Liegeplatz fĂŒr unsere Tanamera gesucht. Nicht so einfach in der Covid 19 Zeit. Die Kanaren wollten wir vorerst nicht anlaufen, uns schwebte das Festland vor. Und da dachten wir natĂŒrlich erst einmal an die Algarve. Lagos, Faro, Portimao. Alles hörte sich gut an, bis wir uns nach Marinepreisen erkundigten. Bis Oktober, also in der Hochsaison, hĂ€tten wir fĂŒr unser kleines Schiffchen pro Monat 900 Euro berappen mĂŒssen!! Ja, kein Scherz. Absolut nicht tragbar und so suchten wir nach Ausweichmöglichkeiten. Wolfgang fragte im TO Forum nach, ob nicht jemand einen Geheimtipp hĂ€tte. Tja, und da kam halt Dody ins Spiel. Sie schwĂ€rmte uns von NazarĂ© vor. Nachdem wir dann das Angebot der Marina erhielten (430 Euro in der Hochsaison) war fĂŒr uns alles klar. Gen SĂŒden können wir immer noch.

Die ersten Tage kommen wir kaum zum Luftholen. Dody nimmt uns unter ihre Fittiche. Da sie hier schon ein paar Jahre ihr Schiff in der Werft renoviert (tongabonds.com) kennt sie sich hier aus, kann fließend Portugiesisch. Wir schauen uns als erstes natĂŒrlich die Werft an, fragen nach einem Sliptermin. Alles macht einen guten Eindruck, schnell steht fest, dass wir hier das Schiff ĂŒberholen werden.

Dann kommt natĂŒrlich die obligatorische Fahrt zum Supermarkt, Bauhaus, Mediamarkt, Aldi, Lidl. Ein Schlaraffenland. Nur eben anstrengend fĂŒr uns. Nach so langer Zeit der InaktivitĂ€t von 0 auf 100, das kostet Kraft, dazu die vielen neuen EindrĂŒcke. Aber es macht Spaß. Zwischendurch wird ja auch mal eine Pause gemacht, ein CafĂ© oder ein Bier getrunken. So schaffen wir in der ersten Woche schon verdammt viel. Wir wissen, wo wir die Jotun Farbe fĂŒr unser Schiff herbekommen, haben die Telefonnummer eines Segelmachers, der allerdings in Lissabon sitzt und ein paar Onlinebestellungen sind auch schon raus.

Manuelle Segelwaschanlage
Portugal NazarĂ© – und noch mal Strand……

Karibik – Portugal 2. Teil

Karibik – Portugal 2. Teil

Dienstag 16.06.

Etmal 97
Mittag. Hack, Dose MischgemĂŒse, SchafskĂ€se, Reis

Endlich mal gutes Segeln. Sind aus der Gegenströmung raus und segeln mit 5 Knoten gen NE.

Mittwoch 17.06.

Der Wind ist total eingeschlafen. Motoren Richtung 40 Grad Nord, dort soll es ab Donnerstag Wind geben. Aber es ist etwas rollig durch Schwell.

Etmal 118
Mittag Pizza

Donnerstag 18.06.

Endlich WSW Wind. Beide Vorsegel sind ausgerollt und wir laufen um die 5 Knoten. Herrlich, endlich geht es nach Osten.
Etmal 122
Mittag: Lasagne

Freitag 19.06.

Etmal 119
Mittag: Lasagne

Samstag 20.06.

Etmal 134
Mittag: Spagetti Carbonara
Haben immer noch achterlichen Wind

Sonntag 21.06.

Etmal 133
Mittag Dose Ravioli

Es ist wieder ruppiger geworden. Laufen jetzt wieder mit 2 fach gerefftem Groß und Genua.
Was fĂŒr eine mistige erste NachthĂ€lfte. Ich hatte 25 bis max. 30 Knoten. Wir machten mal wieder BocksprĂŒnge ohne Ende. Kein Spaß. Dann mit einem Schlag war alles vorbei. War das schon die Front?

Montag 22.06.

Ne, die Front soll wohl noch kommen. Anscheinend waren wir mal wieder in einem Trog. Jetzt haben wir gerade mal 13 Knoten und dĂŒddeln mit 4 Knoten dahin. Noch 53 Meilen bis nach Flores. Gehen sĂŒdlich rum und von dort dann wieder auf Ostkurs.

wenigstens warmes Sch..wetter

Etmal 121
Mittag Frikadellen mit Erdnussosse und Bohnen

Blöd, fahren an Flores im Dunkeln vorbei

Die Front ist gegen 17.30 durch. In Sekundenschnelle hatten wir NW/N/NE Wind bis 27 Knoten. Jetzt gegen halb acht ist der Wind auf 9 Knoten runtergegangen und kommt aus NE. Wir drehen bei, da wir keine Lust haben, gen SĂŒden zu segeln. Beim Herunternehmen vom Großsegel sehen wir einen Riss. Da haben wir ja noch GlĂŒck im UnglĂŒck gehabt. Das Beidrehen ist aber auch nicht der Hit. Die Wellen platschen gegen das Heck. Das Schiff macht unangenehme Bewegungen. Wolfgang ist kaum im Bett, geht der Wasseralarm. 4 Liter mindestens befinden sich in der Bilge. Dadurch, dass die Wellen beim Beidrehen so ans Heck klatschen, schießt Wasser durch die Öffnung der Lenzpumpe. Ok, wir hĂ€tten, damit wir beim Beidrehen mit dem Schiff im richtigen Winkel zum Wind liegen, am Heck unser Sturmsegel setzen sollen. Dazu waren wir aber zu faul, wussten ja, dass es nur fĂŒr eine kurz Zeit aus der falschen Richtung blasen wĂŒrde. Als der Wind plötzlich wieder aus NW kommt, setzen wir die Fock. Jetzt machen wir 2 Knoten Geschwindigkeit, toll. Morgen frĂŒh muss ich unbedingt das Groß reparieren, sonst kommen wir nirgendwohin.

Dienstag 23.06.

Etmal 91
Mittag Dose Linseneintopf

Wind kommt jetzt aus Nord. Haben heute Morgen das Groß inspiziert. Der Riss ist unter dem zweiten Reff. Wolfgang hat den Riss geklebt und danach haben wir es gesetzt. (Da wir das Segel nicht ausgerefft haben, sondern immer noch mit dem 2. Reff gesetzt haben, war das trotz Riss zum GlĂŒck noch möglich) Segeln ist etwas ruppig aber nicht schlecht.

Es sind noch 950 Meilen bis Portugal/Festland. Mit GlĂŒck sind wir am 1.7. da. Da die Wettervorhersage fĂŒr die nĂ€chsten Tage sehr gut aussieht und wir kaum Diesel verbraten haben, haben wir uns entschlossen, die Azoren rechts liegen zu lassen. Wir gehen weiter Richtung NazarĂ©, Portugal. In Horta wĂŒrden wir sowieso vorerst nur Ankern können, auch wenn es immer mehr Lockerungen gibt und es in den nĂ€chsten Tagen wohl fĂŒr die Segler einen Covid Test geben soll. Danach darf man dann an Land. Positiv wird sowieso kein Test ausfallen, denn die Segler, die dort ankommen, waren eh mindestens 3 Wochen auf See.

nur eine von hunderten von portugiesischen Galeeren, an die wir vorbeisegelten

Mittwoch 24.06.

Der Wind ist total eingeschlafen. Nur der Restschwell ist leider noch da.
Etmal 111
Mittag: Bratkartoffeln

Danach Groß repariert, ausgerefft und wieder gesetzt

Donnerstag 25.06.

Gegen Mitternacht haben wir das Groß wieder geborgen, der Wind kam immer mehr von hinten. Genua gesetzt und Fock ausgebaumt. Der Wind nahm stetig zu.
Jetzt zum Morgen hin haben wir 18 Knoten und laufen 6 Knoten. Noch 750 Meilen. Hatte gestern noch Internet und habe Emails abgerufen und auch sonst mal gestöbert. Bei Facebook habe ich kurz reingeschaut. HĂ€tte ich man lieber nicht machen sollen, denn dort berichteten 2 Yachten, dass sie einen Wal kollidiert sind. Bei einem war nichts weiter passiert, bei dem anderen kam durch einen abgebrochenen Kielbolzen Wasser ins Schiff. Puh, jetzt bin ich natĂŒrlich leicht beunruhigt. Na ja, wir segeln ja nördlich der Azoren, die UnfĂ€lle waren alle sĂŒdlich von Horta. Aber trotzdem, das wĂ€re der pure Alptraum. DafĂŒr hatten wir wieder Delfine. Schon bestimmt zum 4. Mal.
Etmal 124
Mittag Gulasch

Freitag 26.06.

Etmal 131
Mittag Hack, Kokosnussmilch, Curry, Rosenkohl

Guter, achterlicher Wind, mehr als Chris erwartet hat. Bis 20 kn, aber dadurch kommen wir sehr gut voran.

sieht zum GlĂŒck nur bedrohlich aus

Sonntag 28.06.

In der Nacht hatten wir relativ guten Wind, aber böig. Mal 10 kn mal 15 kn.


Etmal 104 sm
Mittag Kartoffelstampf mit Spiegelei

Montag 29.06.

Etmal 129
Mittag: tja, hab ich vergessen, aufzuschreiben
Nacht guter Wind um die 17 kn. Wenn es so bleibt, schaffen wir es noch am Mittwochnachmittag anzukommen. Der Wind schralt jetzt allerdings. Teilweise kommt er aus N, dann wieder NNE. Laufen hoch am Wind, das nervt etwas.


Dienstag 30.06.

Etmal 132
Mittag. Erdnusshack mit Nudeln

Samstag 27.06.

Etmal 123
Mittag Pizza

Wind hat leider nachgelassen, nur noch 10 Knoten. Laufen jetzt 3 Knoten.

Das Unterliek der Genua musste „notfixiert“ werden
In der NĂ€he der KĂŒste vermehrt sich jetzt der Schiffsverkehr
Portugal-NazarĂ© – endlich!

Mittwoch 01.07.20 Nazaré Portugal

Den ganzen Tag motoren wir, ich will auf jeden Fall heute noch ankommen. Und es klappt. Eine Stunde vor BĂŒroschluss sind wir im Hafen. Dody steht schon an der Mole, winkt  uns zu und die Marina ruft uns auf VHF und weißt uns einen Liegeplatz zu. Dody steht kurze Zeit spĂ€ter vor uns. Wir verstehen uns auf Anhieb. 2 große Einkaufstaschen mit frischen Sachen hat sie fĂŒr uns zur BegrĂŒĂŸung besorgt. Echt rĂŒhrend.  Kennengelernt haben wir uns durch das Trans Ocean e.V. Forum. Dort hatte sie uns viele Fragen bezĂŒglich NazarĂ©, Marina und Werft beantwortet. Aufgeklart wird das Schiff heute nicht mehr – wir trinken Sekt und spĂ€ter am Abend mache ich  noch ein kleines Omelett mit etwas Salat und so lassen wir den Tag wunderschön ausklingen.

Dody – ein toller Empfang in NazarĂ©. Dankeschön

Das einklarieren war hier ĂŒbrigens total easy. Eigentlich war es gar nicht vorhanden. Wir haben nur bei der Marina eingecheckt, das warÂŽs. Keine QuarantĂ€ne, nichts. Offiziell sind die Grenzen aber auch genau ab heute offen.

4,5 Wochen waren wir unterwegs. 3700 Seemeilen haben geschafft. 5 Tage davon sind wir motort bzw. sind motorgesegelt (Segel oben zur UnterstĂŒtzung + Motor) Unsere Dieseltanks sind immer noch halb voll und die Kanister an Deck brauchten wir auch nicht. Eigentlich kein schlechter Durchschnitt. Gut, wir haben auf Grund der langen Strecke auch mit dem Motoren geknausert, hatten dadurch natĂŒrlich auch die „Rekordetmale“ von 85 Seemeilen. Die meiste Zeit mussten wir mit halben Wind bzw. hoch am Wind segeln. Nur fĂŒr einige kurze Tage hatten wir mal den richtigen Passatwind von hinten. Ach ja, nur eine Minifront passierte uns. Die beiden Tröge mit den 30 Knoten, die vergessen wir lieber. Alles in allem wirklich kein soooo schlechter Trip. Da sieht man mal wieder, wie schnell das „Segelalzheimer Syndrom“ greift. Wie oft ich in den Notizen „alles Sch..“ geschrieben habe – das ist jetzt alles wieder vergessen.

Chaos, aber aufgerÀumt wird spÀter
Unsere Routen der letzten 5 Jahre, die Schlangenlinie Richtung Portugal ist von diesem Jahr
Karibik – Portugal 1. Teil

Karibik – Portugal 1. Teil

29.05.20 Freitag,  St. Martin, Karibik – Portugal

Ich mach es mir diesmal etwas einfach. Unterwegs habe ich tĂ€glich Notizen ĂŒber die Fahrt gemacht, etwas ĂŒberarbeitet kommen diese Notizen jetzt in den Blog.

8.00: ich bin schon lĂ€nger wach. Hab schlecht geschlafen. Einmal, weil die Vorschiffsluke durch das auf dem Vorschiff verstaute Dingi nicht auf sein konnte. Der LĂŒfter lief auf Hochtouren, verwirbelte aber nur warme Luft.

Um 9.00 lichten wir den Anker  und ab geht es Richtung Azoren.
Wir motoren nicht lange, dann kommt etwas Wind auf. So um die 10 bis 12 Knoten. Wir laufen relativ hoch am Wind, um die 50 Grad. Fast direkt auf die Azoren zu. Aber das wird sich noch Àndern, wenn der Wind wieder mehr auf Ost dreht.

Es ist sauheiß (gute 30°). Ich hab mir ein nasses Handtuch um den Hals gelegt, das kĂŒhlt etwas. Über das Cockpit haben wir provisorisch einen Sonnenschutz befestigt. Sonst wĂ€re es ĂŒberhaupt nicht auszuhalten.  Die nĂ€chsten Tage werden noch lustig werden, auch drinnen beim Schlafen. Zwei andere Segler sind heute auch los. Einer hat uns schon ĂŒberholt. Sonst ist nicht viel los. Zum Abschied von St. Martin begleiteten uns Delfine.
Zu Mittag gab es Frikadellen und Karotten.

30.05. Samstag

Die Nacht war wenigstens kĂŒhl. Chris (Chris Parker www.mwxc.com)  hat gestern Abend gesagt (Wetter erhalten wir einmal tĂ€glich via SSB), dass wir uns nördlicher halten sollen und versuchen sollen, bis Dienstag 27 Grad zu erreichen. Das halten wir fĂŒr nicht durchfĂŒhrbar. Jetzt schon Diesel zu verbraten und dann noch nicht mal sicher zu sein, fĂŒr wie lange wir da oben Wind haben?
Meist laufen wir um die 4 Knoten. Heute Morgen haben wir den Blister gesetzt. Der Wind kommt dafĂŒr eigentlich etwas zu sehr von der Seite, raumer Wind wĂ€re erheblich schöner, aber wir kommen jetzt etwas schneller voran. Hinter uns segelt Gerry, ein Englischer Einhandsegler (im wahrsten Sinne des Wortes. Hab spĂ€ter ĂŒber seine Ankunft in England gelesen. Einarmig ĂŒber den Atlantik. Respekt.). Heute sollen wir eigentlich noch gute 15 Knoten Wind bekommen. Mal sehen, wann und ob wir den bekommen.
Tja, bis jetzt hatten wir die 15 Knoten fĂŒr eine Sekunde. Meist haben wir um die 10 Knoten. Der Blister ist auch wieder unten. Segeln unter Genua und Groß mit halbem Wind.
Zu Mittag gab es Frikadellen und Karotten.

Sonntag 31.05.

Vor uns ist jetzt gerade eine Dunkle Wolkenwand, die aber vorbeizieht. Allerdings dĂŒmpeln wir gerade mit 2,8 Knoten vor uns hin. Kommen schon in einen Geschwindigkeitsrausch wenn die Logge mal 3,5 kn zeigt.
Etmal: 89 Meilen
Mittag: Avocado Spagetti
20.00: haben seit ein paar Stunden 11 bis 12 Knoten Wind und laufen um die 4,5 Knoten. das kann so bleiben. Zum Abendbrot hat Wolfgang ĂŒberbackenes Brot gemacht. War lecker.

Montag 01.06.

Seit gestern spĂ€tnachmittag lĂ€uft es gut. Wir haben Wind aus SE, ca. 11 Knoten. Teilweise laufen wir sogar 4,5 Knoten. Jetzt gerade gegen 10°° haben wir wieder den Blister gesetzt. Der Wind kommt etwas mehr aus SE-SSE. Der Wind hat leicht abgenommen, bzw. ist leicht böig. Aber wir kommen einigermaßen voran. Pro Tag schaffen wir im Durchschnitt bis jetzt 100 Meilen. Also mĂŒssten wir in 20 Tagen auf den Azoren ankommen.
11.20. Das warÂŽs mit dem Blister. In Sekundenschnelle hatten wir 17 Knoten Wind und es machte ratsch. So ein Schrott. Wahrscheinlich hĂ€tten wir schneller reagieren sollen, oder auch den Blister flattern lassen, doch in dem Moment sahen wir nur fasziniert auf die Windanzeige.  Aber hinterher ist man immer klĂŒger. Auch jetzt weht es zwischen 12 und 18 Knoten. Der Wind ist immer noch sehr unbestĂ€ndig.
Etmal: 100 sm
Mittag: Bratkartoffeln
Vorsegel ausgebaumt, Groß geborgen. Scheuerstellen am oberen Ende entdeckt. MĂŒssen geklebt werden. Laufen jetzt auch nur gerade mal 2,7 Knoten bei 8,7 Knoten Wind.
Zum Abendbrot ĂŒberbackenes Brot

Dienstag 02.06.

01.20 Segel weggenommen und Motor angeschmissen. Lt. Chris sollen wir erst morgen Abend wieder Wind bekommen.
Kaum Wind. Haben das Groß wieder gesetzt aber es hilft kaum. Kurs auf 60 Grad geĂ€ndert. Wolfgang hat ausgerechnet, dass wir ansonsten zu schnell auf 27 Grad landen und dort soll Anfang nĂ€chster Woche eine starke Front vorbeiziehen.
Etmal: 88,6
Mittag: Frikadellen mit KlĂ¶ĂŸen, Soße und Karotten

Mittwoch 03.06.

Hatte eine Scheißnacht. Meine Seite tut höllisch weh (hab mir mal wieder eine Prellung eingefangen, keine Ahnung, wie ich das immer schaffe), der Wind ist weg, motoren tun wir auch nur mit 3 bis 3,5 kn. Haben Gegenströmung mit gut einem Knoten. Das ist schon sehr frustrierend.

Chris hat uns bis Donnerstag keinen Wind versprochen und nun? Wir haben bis 20 kn NE Wind!! Jetzt haben wir die Fock gerefft und das Groß 1 x gerefft.
Laufen fleißig gen Norden obwohl wir so wie ich das verstanden habe nicht vor Mittwoch auf 27 Grad sein sollen wegen einer heftigen Front.
Mittag: fÀllt aus. Wolfgang macht gerade eine Scheibe Brot.

Scheißwetter. Umgeben von Squalls. Verbindung zu Chris war mies. Sollen weiter gen Norden. Wind schlĂ€ft teilweise ein. Konfuse See.

Wind ist wieder da und Squalls, Wetterleuchten und Gewitter. Wir konnten uns bisher drum herummogeln. Schnell sind wir durch die gerefften Segel auch nicht.

St Martin – Portugal


Donnerstag 4.06.

Die zweite NachthÀlfte verlÀuft etwas besser. Jetzt laufen wir ca. 4 Knoten Richtung 20 Grad. Mal mehr, mal weniger. Aber Lust zum Segeln habe ich nicht. Am Ankerplatz schmiede ich immer PlÀne, aber da vergesse ich dann dabei, wie wenig ich das segeln (Langstrecken) eigentlich selbst mag.
Etmal 83,7 sm
Mittag: Spagetti, Salatgurken musste ich entsorgen, waren bitter
LĂ€uft zu Zeit ganz gut. Laufen um die 4 bis 4,5. Wollen hoffen, dass es noch so bleibt.

Freitag 05.06.

12.00 Etmal 87,5
Mittag: Chili mit Reis

Gott, ist das zĂ€h. Etmale um die 85 Meilen und es sind noch 1830 Meilen auf direktem Weg zu den Azoren. Machen jetzt gerade mal 3 Knoten. Wenigstens ist die See ruhig und die angekĂŒndigte Front soll wohl erst Montag kommen. Morgen soll es wohl kaum Wind geben und dann endlich mal SĂŒdwind.

06.06. Samstag

Der Wind ist gerade wieder eingeschlafen. 8 Knoten noch. Motoren jetzt gen Osten. Dann, bei 11 Knoten Wind segeln wir wieder.


Sonntag 07.06.


Etmal: 95,8 sm
Mittag: Kartoffelstampf mit Spiegelei

Wind kommt jetzt aus SĂŒd mit 12 bis 15 Knoten. Laufen gen Osten mit 4 bis 5 Knoten.

Gerade hatten wir ĂŒber Schiffsbegegnungen und deren Wahrscheinlichkeit  hier mitten auf dem Atlantik gesprochen, da poppt doch plötzlich ein AIS Signal nördlich von uns auf und im gleichen Augenblick sehe ich ein weißes Segel, 4 sm entfernt.

Atlantik -St Martin – Portugal


Montag 08.06.

Etmal 107,5
Mittag: Reis mit Hack und prov. GemĂŒse.

LĂ€uft ganz gut. Segeln immer noch gen Osten.

Dienstag 09.06.

Wie Chris vorhergesagt hatte blies es ganz gut ĂŒber Nacht. Wir hatten bis 21 Knoten. Liefen um die 6,5 Knoten. Heute Morgen kamen dann Squalls. Darin war nicht allzu viel Wind, aber die Squalls haben alles platt gemacht, dĂŒmpelten vor uns hin, da der Wind erst gedreht hat und zum Schluss ganz eingeschlafen ist. Der Spuk dauert ungefĂ€hr eine Stunde, dann bekommen wir wieder Segelwind.


Etmal 110
Mittag: Clamchowder

Der Wind frischt langsam wieder auf. Haben das Groß 2x gerefft und die Fock stark eingerollt.
Wie Chris uns schon vorgewarnt hat, wird es arg ruppig. 25 Knoten in Böen 31 Knoten. Man kann schon nicht mehr von vereinzelten Squalls reden, es ist eine endlose Kette, eine Dauerbeschallung sozusagen. Normalerweise wĂŒrden wir beidrehen, aber wir mĂŒssen Ost machen. Außerdem wĂŒrden wir, wenn wir beidrehen, gen Norden driften und da sind die Bedingungen im Trog noch Ă€rger.
Gegen Mitternacht taucht hinter uns ein Licht auf. Ein Frachter? Nein, ein Segler und bald darauf sehen wir einen zweiten Segler, beides Franzosen. Die segeln beide um die 70 Grad wir sind auf 50 abgefallen, damit das Schiff ruhiger in den Wellen lÀuft.

Mittwoch 10.06.

Auch Wolfgang hat die Nase voll. Es reicht langsam. Wir sagen uns immer: irgendwann muss es doch vorbei sein.
Seit Stunden regnet es in Strömen und der Wind pfeift. Das Seerelingskleid  hat sich auf der Backbordseite durch eine Welle losgerissen. Wolfgang zurrt es erst einmal provisorisch an der Reling fest.
Wolfgang meint, dass wir so viel Wind haben ist kein Wunder, denn jeder unserer Freunde hat uns auf meine letzte Mail Wind gewĂŒnscht. Kumuliert haben wir jetzt den Salat.

Etmal 141

Der Wind hat wieder zugenommen. 30 Knoten. Normal ist das nicht mehr. Mussten das Groß runternehmen. Ein kleines StĂŒck Naht ist aufgegangen. Zum GlĂŒck habe ich das rechtzeitig gesehen. Fragt sich nur, wann ich das bei dem Scheißwetter nĂ€hen soll. Laufen jetzt nur mit kleiner Fock.
Wind lĂ€sst nach dem Mittag nach. Jetzt haben wir eine elendige Schaukelei. Meine Mittagsstunde fĂ€llt kurz aus. DafĂŒr gehe ich nach vorne und repariere das Groß. Auch eine Herausforderung. Aber es klappt. Nach zwei Stunden steht das Groß wieder und wir laufen etwas besser.

Ich muss nicht noch erwĂ€hnen, dass das Leben an Bord bei den Bedingungen (konstante SchrĂ€glage um die 20 °) nicht gerade angenehm ist. Das andauernde AbstĂŒtzen ermĂŒdet. Seit Tagen gibt es nur eine KatzenwĂ€sche. Sobald es mal nicht ganz so schaukelt brauchen wir unbedingt eine Dusche und auch Haare waschen wĂ€re mal wieder schön. Im Boot selbst sieht es langsam auch wie auf einem Schlachtfeld aus. Und wo kommt eigentlich der ganze Staub her?


Jetzt hat sich nördlich von uns eine große Gewitterzelle gebildet, die den Wind durcheinander bringt. 11 Knoten, wir dĂŒmpeln mehr als das wir vorankommen. Schließlich mache ich den Motor an schon alleine um den Gewitterzellen, die uns von hinten doch etwas auf die Pelle rĂŒcken, davonzulaufen. Es ist wie auf einer Perlenschnur, eine nach der anderen zieht hinter uns vorbei. Zum GlĂŒck hinter uns. Es rummelt ganz gut und einmal krachte es hinter uns so laut, das wir beide zusammenzuckten.
Ein Segler ist hinter uns aufgetaucht. Das ist jetzt der 4. mitten auf dem Atlantik.

Donnerstag 11.06.

Was fĂŒr ein Scheiß. Immer noch Squalls. Die Windanzeige hĂŒpft von 20 kn auf 30 kn in Sekunden und wenn ich mich nicht arg verguckt habe, hatte ich einmal um die 40. Heute Morgen sollen wir aber endlich aus diesem Trog raus sein. Hoffentlich hat Chris diesmal Recht.
Es blĂ€st weiter. Jetzt hat es sich auf 27 bis 31 eingependelt. Im Osten sehe ich eine echt komische Wolkenwand, die sich von SĂŒd nach Ost erstreckt. Hoch aufgetĂŒrmt, wie eine dicke Wand. Sieht irgendwie schön aber auch beĂ€ngstigend aus. Vorsichtshalber nehmen wir das Groß runter. In der Wolkenwand ist zum GlĂŒck aber nur Regen.
Jetzt, um 9.30, ist der Wind endlich runtergegangen auf etwa 16 kn. Das Groß ist wieder oben, die Fock ausgerollt. Wenn es so bleibt, reffen wir auch das Groß noch komplett aus.

Etmal 110

Es regnet, seit ĂŒber zwei Stunden!

Mittag: Spagetti
Sollte es auflockern? Voraus sieht es heller aus

Freitag 12.06.

Seit gestern haben wir Wind um 15-18 Knoten. Segeln immer noch hoch am Wind, kommen aber recht gut voran. Segeln jetzt um die 40 Grad. Lt. Chris sollen wir auf 40 Grad Nord hoch, damit wir SW Wind kriegen. Laut meiner Hochrechnung brauchen wir jetzt bestimmt 4 Wochen!

Etmal 108
Mittag: Kassler u. Bohnen

Haben alles ausgerefft. Laufen 4 Knoten. 35 Grad

Samstag 13.06.

Etmal 101
Mittag Pizza

LĂ€uft ganz gut. Geht jetzt vorwiegend nach Norden mit 4 Knoten. In der Nacht hatten wir einige Squalls, aber nicht ĂŒber 20 kn.

Sonntag 14.06.

Bootskoller. Ich mag und will nicht mehr. Langstrecken sind fĂŒr mich vorbei. Wenn ich bedenke, dass wir noch mindestens zwei Wochen vor uns haben und dann noch einmal ne Woche zum Festland. Nein, wo ist der nĂ€chste Frachter, ich streck schon mal den Daumen raus.

St Martin – Portugal

Jetzt dödeln wir gen NNW. Habe gestern Abend gesehen, dass wir in 4 Tagen in Neufundland wÀren, das ist um die HÀlfte dichter als zu den Azoren. Mist auch, dass Kanada die Grenzen nicht auf hat.
Stimmung mies. Wetter auch.

Etmal 107
Mittag Bratkartoffeln

Montag 15.06.
Was fĂŒr eine bumpige Nacht. Die Wellen waren kurz und ekelig. Dadurch habe ich schlecht geschlafen und bin verspannt und habe leichte Kopfschmerzen.

Mittag Gulasch Knödel u. Bohnen
Etmal 98
Der Wind hat jetzt auf Ost gedreht und wir laufen jetzt 30 Grad. Haben nur leider mal wieder Strömung gegen uns.


Segelreparatur die 2.
Segelreparatur die 2.
Gut, dass wir eine Anleitung fĂŒr die Bootsmannsnaht dabeihaben
der Flicken ist doch kaum zu sehen, oder?