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Im Farbrausch

Im Farbrausch

Der Rumpf ist geschafft, also die weiße Farbe ist drauf, endlich. Zufrieden waren wir erst nach dem 5. Mal. Jetzt geht´s ans Unterwasserschiff
Welche Farbe soll es denn nun sein, ein edles Grau….
Das sexy Rote….(gut aufgepasst, Archivbild aus Schleswig, im Farbrausch haben wir das Fotografieren doch glatt vergessen
…oder das Schwarze?
halb-halb wäre doch auch ne Idee
Es wurde dann doch das kurze, Schwarze… und mit neuem Schriftzug sieht es endlich wieder wie ein Schiff aus
Die Abnahme folgte auch sogleich, der Blick ist etwas skeptisch, oder bilde ich mir das ein?
Werftdaueraufenthalt

Werftdaueraufenthalt

Noch einen guten Monat, dann haben wir Jahrestag. Werftjahrestag! Noch nie standen wir so lange mit dem Schiff an Land und haben in der Zeit darauf gewohnt.

Aber: ein Ende ist jetzt abzusehen. Denke ich, glauben wir. Wirklich!

Nach wie vor ist es schwierig, Arbeiten schnell auszuführen, besonders wenn kein Druck dahinter steht. Wir wollen ja vorerst nirgendwo hin. Außer natürlich zurück ins Wasser. Insofern haben wir bzw. Wolfgang leicht getrödelt. Warum morgens um 9°° anfangen, wenn die Arbeit um 12°° auch noch erledigt werden kann. Ich gebe es zu, bei dieser Einstellung kann es auch nichts werden.

Dennoch haben wir in den letzten Wochen gut was geschafft. Und es wird jetzt leider etwas technisch. Ich versuche aber, mich so einfach wie möglich auszudrücken.

Projekt 1) PSS Stopfbuchse für die Welle. (Das Ding sitzt auf der Welle (am Ende der Welle sitzt der Propeller) und verhindert das Eindringen von Wasser.

Ich weiß gar nicht mehr genau, warum Wolfgang die Schraube, also den Propeller, von der Welle abgezogen hat. Auf jeden Fall kam dann eben das Projekt 1 zum Vorschein.  Als Wolfgang die Welle in Augenschein nimmt, sieht er in der Höhe der PSS Stopfbuchse tiefe Rillen in der Welle. Das ist gar nicht gut. Überhaupt nicht gut. Das hätte über kurz oder lang ins Augen gehen können. Tiefe Rillen heißen: da könnte Wasser eindringen. Und Wasser wollen wir definitiv nicht im Schiff haben.

Schleifring

Wolfgang forscht, da er sich nicht erklären kann, woher diese kommen und wird im W.W.W. fündig. Auch ein anderer Segler hatte schon dieses Problem mit den Rillen in der Welle. Und er hat eine Lösung dafür gefunden: (www.zephir-yacht.com/pss-wellendichtung#comments)

Kurz gesagt, schuld ist Elektrolyse. Und der Verursacher die PSS Stopfbuchse. Ein Teil der Stopfbuchse (Schleifring)  besteht aus A4 Niro. Aus dem gleichen hochwertigen Material ist die Welle. Aber! Dieser Schleifring wird durch A2 Niroschrauben auf der Welle festgeklemmt. A2 mit A4 reicht, um Elektrolyse zu verursachen.  Fazit: Totalschaden. PSS und Welle müssen ersetzt werden. Ein teurer Spaß, wegen 4 minderwertigen Schrauben!

Folgende Änderung hat Wolfgang jetzt nach obiger Anleitung gemacht: Die A2 Schrauben flogen raus. Um jetzt den Schleifring an der Welle zu halten, wurden aus POM Kunststoff zwei Schalen gedreht. Letztendlich sieht es fast so aus wie zwei Schellen mit je einer Flansch. Hier befinden sich jetzt die Niroschrauben und quetschen die beiden Schalen auf der Welle zusammen, so dass der Schleifring der PSS Stopfbuchse nicht verrutschen kann. Alles klar?

PSS Stopfbuche modifiziert eingebaut. Das schwarze im Vordergrund ist das neu gedrehte POM Teil
Projekt 2) Malarbeiten

Frust lass nach. Es ist nun wirklich nicht das erste Mal, dass wir das Schiff streichen. Keine Ahnung wieviel hundert? Liter wir schon in den letzten 30 Jahren verarbeitet haben. Immer ohne Probleme. Nur diesmal ist der Wurm drin. Wir benutzen schon seit Jahren die Marke Jotun als Antifouling. Kein Problem damit. Alles bestens. Insofern dachten wir uns, dass wir auch für die restlichen Arbeiten, also die Streicharbeiten über Deck, auf  Jotun wechseln. Von Tinta & Mar, einer Firma, die auch die Fischer hier mit Farbe versorgt, bekommen wir Jotun Highgloss. Wohlgemerkt, das war schon im August letzten Jahres!

Wolfgang probiert die Farbe als erstes im Cockpit aus. Es ist eine einzige Katastrophe. Immer wieder schleift er den Anstrich an,  um wieder einen Versuch zu wagen. Einen optimalen Anstrich bekommt er nicht zustande. Man sieht entweder die Pinselstriche, mit der Rolle wird es leicht griselig und selbst mit dem Verschlichter sieht es nicht gut aus. Der Grund: die Farbe trocknet zu schnell und verläuft somit nicht gut genug. Selbst mit Verdünnung ist das Ergebnis mies. Es ist das erste Mal, dass ich Wolfgang richtig fluchen höre. Er würde die Farbe am Liebsten in die Tonne geben. Ich meine, letztes Jahr im Herbst war es ja schon etwas kühler, wir dachten nur mit Schrecken an die wärmeren Temperaturen im Frühling.

Wir verdrängten das ganze Thema erst einmal, andere Projekte werden vorgezogen. Dann, vor ein paar Wochen, konnten wir es nicht mehr vor uns herschieben. Ich habe versuchsweise die Fa. Tinta & Mar angeschrieben, unser Problem geschildert und um einen Besuch von Ricardo (der Chef, der hier auch öfter Fischerboote lackiert) gebeten. Viel Hoffnung auf ein positives Ergebnis haben wir  ehrlich gesagt nicht erwartet und waren umso überraschter, als er plötzlich vor der Tür stand. Er meinte, dass das Highgloss Product aus Acrylbasis besteht und somit schneller trocknet, wir sollten es mal  mit Jotun Hardtop AX versuchen, das würden die Fischer hier auch nehmen. Er ließ uns einen Eimer zu probieren da. Na  ja, das Ergebnis war zwar besser, aber immer noch nicht richtig zufriedenstellend. Aber wir stimmten dem Tausch zu. Nach so langer Zeit fanden wir das schon echt kulant.

Mit etwas mehr Optimismus machen wir uns daran, den Rumpf zu streichen – und kriegen wieder ne Krise. Fast das gleiche Problem. Die Farbe trocknet trotz Verdünnung zu schnell. Nach dem 2. Anstrich schleift Wolfgang noch einmal den ganzen Rumpf, dann kommt der 3. Anstrich. Mit dem Verschlichter arbeiten wir schon gar nicht mehr, das Ergebnis ist damit fast noch schlimmer. Aber zufrieden sind wir immer noch nicht. Wolfgang entschließt sich, alles noch einmal leicht anzuschleifen und dann werde ich nächste Woche noch ein letztes Mal streichen. Diesmal mit einer anderen Rolle, vielleicht klappt das ja etwas besser. Ansonsten müssen wir mit dem Ergebnis eben leben.

Ob wir noch einmal Jotun nehmen würden? Ich weiß es wirklich nicht. Ein Freund hat mit International den ähnlichen Ärger gehabt. Vielleicht ist die Farbe eher zum Spritzen gedacht als für Rolle und Pinsel.

aus der Ferne sieht der Anstrich nicht soo schlecht aus
Projekt 3) fleißige Nestbauer

Nur durch Zufall sieht Wolfgang, als er dabei ist, den Rumpf zu schleifen, eine Biene in ein Entlüftungsloch fliegen. Wohlgemerkt, das Entlüftungsloch befindet sich in unserem Bootsrumpf. Hat die Biene sich verflogen? Später sieht Wolfgang noch einmal die Biene in das besagte Löchlein entschwinden. Oh, oh, das geht gar nicht.

Das Entlüftungsloch dient, wie das Wort schon sagt, der Entlüftung. Und zwar die des Motors. Ein kleiner Schlauch führt zum Abrissventil. Das ganze sorgt dafür, dass der Motor bei Stillstand nicht mit Wasser vollläuft.

Da wir wissen, dass eine Biene oder auch zwei nicht ohne Grund in ein kleines Loch fliegen, ahnen wir böses. Wir mögen Honig, ohne Zweifel, aber bitte keine Waben in unserem Entlüftungsschlauch!

Wolfgang versucht als erstes die einfache Methode: Durchpusten. Pustekuchen. Da geht gar nichts. Also nächster Schritt, Backskiste ausräumen, Schlauch abbauen. Warum sind diese Teile auch immer in der hintersten Ecke versteckt? Mit Pusten, mit und mit Wasser weicht sich das Nest langsam auf. Aus dem Schlauch fallen endlich lauter kleine, gelbe, Stückchen heraus. Mir tut es ja um die Biene leid, aber sorry, sie muss sich einfach einen anderen Unterschlupf suchen. Vorsichtshalber verkleben wir das Loch, nicht dass es sich noch um eine penetrante Biene handelt…….

Projekt 4) nicht alles ist Silber was glänzt

…wenn es in diesem Fall auch gefühlsmäßig so teuer wie Silber ist.  Wolfgang kleidet unseren Ankerkasten aus. Dicke Gummimatten hatten wir ja schon seit 3 Jahren dafür verwendet. Hat sich übrigens bestens bewährt. Jetzt werden aber auch noch die Spanten mit aufgeschnittenem Schlauch verkleidet. Es wir so richtig hübsch gemacht für den neuen Mieter. Unsere alte Ankerkette liegt schon vor unserem Schiff. Es ist ein einziger Rosthaufen. 6 Jahre alt und nur noch Schrott. Und das Rosten fing schon vor ca. 3 Jahren an.

Ankerkasten
alter Mieter

Wir überlegen hin und her. Woher eine neue Kette bekommen? Lieferant, Hersteller, Qualität, Preis. So eine verzinkte Kette ist auch nicht gerade günstig, wenn man im Durchschnitt alle 4 Jahre eine neue braucht. Schon seit längerem liebäugeln wir mit einer Nirokette.  Sie hat schon einiges an Vorteile zu bieten. Geringeres Gewicht, leichter zu stauen, leichter sauber zu halten. Und – sie rostet nicht! Nachteil: Tja, als erstes der Preis. Da kommen uns die Tränen. Früher berichteten auch einige Segler über Korrosion, bzw. Lochfraß durch warmes Salzwasser. Aber mittlerweile bietet der Hersteller auch eine „Mercedes Kette“ an – besonders geeignet bei Temperaturen um 27 °.  Wir wissen zwar nicht, ob wir je wieder in wärmere Gefilden kommen werden, aber sicher ist sicher. Augen zu und durch – wir ordern 90 Meter. 3 Wochen später ist sie da! Der Einzug in den frisch renovierten Ankerkasten verläuft reibungslos.

unser neuer Mieter
Gefühlschaos – Ist die Luft raus?

Gefühlschaos – Ist die Luft raus?

Als erster Satz kommt unser Mantra, welches wir seit nunmehr einem Jahr immer wieder sagen: uns geht es gut.

Und das stimmt auch wirklich. Es gibt Segler, mit denen möchte ich jetzt nicht unbedingt tauschen. Schaut mal rein bei (in alphabetischer Reihenfolge): www.atanga.de; www.logbuch.kurshalter.com; www.samai.de; www.sy-gegenwind.de;

Einige hat es härter getroffen, als andere und es gibt noch diverse weitere Blogseiten, die ich hätte aufzählen können.

Aber zurück zur Tanamera, zu uns und Portugal. Wir stehen immer noch hoch und trocken in der Werft. Langsam kehrt auch hier der Frühling ein. Die Temperaturen steigen, die Felder sind voller Blumen.

Auf der Werft herrscht mehr Betrieb. Die Fischer gehen nach und nach mit ihren Booten raus, schleifen, Unterwasserschiff streichen und wieder zurück ins Wasser. Wir sollten uns ein Beispiel nehmen an dem Tempo.

Frühling

Aber wie geht es jetzt bei uns weiter?

Bei Wolfgang ist alles klar:

Punkt 1) Schiff fertig machen Punkt 2) Schiff ins Wasser und Punkt 3) SEGELN.

Wolfgang ist unkompliziert, gradlinig und er weiß was er will. Er ist ein Mann.

Ich jedoch bin eher kompliziert, weiß eben nicht so recht was ich will, bei mir herrscht im Augenblick das wahre Gefühlschaos. Ich bin halt eine Frau.

Bei zweien der Punkte stimme ich voll und ganz zu.

Aber Punkt 3? Oh, oh!  Segeln? Will ich das wirklich noch? (Langstrecken hab ich noch nie gemocht) Aber was sonst? Zurück nach DE? Nein, das will ich auch nicht, schon gar nicht in der Winterzeit. Und zwei Haushalte, also ein halbes Jahr DE und ein halbes Jahr Südeuropa, das können wir uns wohl nicht leisten.

Ich bin hin- und hergerissen. Pläne können wir zurzeit sowieso nicht schmieden. Aber da ich eher ein Plantyp bin, fällt mir diese Situation doppelt schwer. Mindestens noch  bis Ende des nächsten Jahres sehe ich uns nirgendwo hinsegeln. Na ja, vielleicht zu den Azoren/Kanaren. Aber auch da müssen wir abwarten, wie sich alles entwickelt.

Im Augenblick bin ich  ausgebremst. Segel- und Coronadepressiv im wahrsten Sinne des Wortes.  

Wolfgang schlug schon vor, hier eine Wohnung für zwei Monate zu mieten. Aber so sehr ich auf der einen Seite vom Schiff „flüchten“ möchte – es ist immer noch unser zu Hause. Nein, eine Wohnung hier für eine kurze Zeit mieten, macht für mich irgendwie auch keinen Sinn. Außerdem kommt da ein gewisser Geiz bei mir durch. Das Geld möchte ich später lieber für was Sinnvolleres ausgeben. Einen ausgiebigen Wanderurlaub, eine neue Kamera zum Beispiel und Essen gehen, Wünsche sind wahrlich genug vorhanden.

Andererseits, wenn ich dann wiederum die Bilder  auf den Webseiten unserer Freunde sehe, Palmen, schöne Strände, malerische Buchten. Oh, Mann, dann entwickle ich schon ein gewisses Fernweh. Also, bei mir ist wohl doch noch nicht komplett Hopfen und Malz verloren, es besteht Hoffnung.

BVI Virgin Gorda – ist schon schön, oder?

Wellen Teil 2

Wellen Teil 2

Anhand der enormen Berichte, die ich in den letzten Wochen gepostet habe😉 , seht ihr, was hier passiert: fast nichts. Insofern gibt es heute von uns wenigstens mal ein paar Bilder. Und den Hinweis: es geht uns nach wie vor gut hier in Nazaré.

Portugal Nazaré
Portugal Nazaré
Portugal-Nazaré im Normalzustand
und wenn es zur Sache geht…..
Werft, Bootsgestelle, portugiesische Anker

Werft, Bootsgestelle, portugiesische Anker

Tja, wir sind immer noch in der Werft und werden es wohl auch noch 2 bis 3 weitere Monate sein. Ist aber nicht so schlimm, wir haben es hier relativ gut. Und stehen sicher. Da kommen wir auch gleich zum Thema. Gestellversionen der Schiffe. Da sehen wir hier schon ein paar abenteuerliche Versionen.

die Mercedes Variante

Wir sind froh, dass wir die Mercedes Variante gewählt haben. Mit diesem Gestell von Atlantic Marine, fühlen wir uns sicher, auch wenn das Boot bei kräftigem Wind zittert und ich dabei jedes Mal zusammenzucke. Bisher haben wir zum Glück aber nur recht wenig Wind über 30 Knoten gehabt.

Die Bootsarbeiten kommen langsam, sehr langsam, voran. Schuld ist zum einen das Wetter, der komplette Oktober war ziemlich unbeständig gewesen. Dann kommt natürlich auch immer wieder etwas zu der sowieso schon langen To Do Liste hinzu. Bei uns war es diesmal „nur“ ein kleines Löchlein im Ankerkasten, das Alec (ein hier ansässiger Engländer. Er führt u.a. Niroarbeiten aus, vermietet kleine Container und Gestelle) zu schweißen sollte. Tja, beim Schweißen wurde das Loch immer größer, statt kleiner. Der Rost hat einfach zu sehr am Stahl genagt. Das Ende vom Lied: eine kleine Platte musste eingeschweißt werden, 20 x 20 cm. Und das alles geht hier nun mal nicht so von heute auf morgen.

ein Loch – zum Glück nur im Ankerkasten
das tut weh!
alles wird gut 😊

Na ja und die Lackierarbeiten, also die Hauptarbeiten, Rumpf und Deck wollen wir dann machen, wenn es im Frühjahr wieder wärmer wird.

Hinter uns liegt übrigens ein kleines Motorboot mit einem hier sehr verbreiteten Anker. Wenn man überhaupt von einem Anker reden kann. Wir haben diese Variante schon drüben in der Marina bei vielen kleinen Fischerbooten gesehen. Auch unser Nachbar gegenüber hatte so einen. Effektiv kann er bestimmt nicht sein. Vor einigen Wochen war er, also unser ehemalige Nachbar in der Marina, zum Fischen rausgefahren. Kurz hinter der Hafeneinfahrt hatte er wohl entweder Motorschaden, oder etwas in die Schraube bekommen. Das Ende ist traurig. Wir können nicht sagen, ob er versucht hat, den Anker zu schmeißen. Das Boot ist in die Brandung und an den Strand getrieben worden. Zum Glück ist aber keiner zu Schaden gekommen.

ein trauriges Ende
Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr
Behörden, Behörden und klar, noch mehr Behörden

Behörden, Behörden und klar, noch mehr Behörden

Autokauf und…klar:  Behörden

Die erste Behördenerfahrung machen wir, als wir den Autokauf planen. Ohne eine Fiscal-, bzw. Steuernummer geht da gar nichts. Wir begeben uns also zum Finanzamt und dort erhalten wir relativ schnell, ohne Probleme und Kosten, eine Steuernummer.

Beim Autokauf bekommen wir einen vorläufigen Fahrzeugschein (Ein vom Händler ausgefüllten DIN A 4 Zettel). Der Händler hat für uns bei der Zulassungsstelle einen Fahrzeugschein beantragt – online. Zugestellt wird dieser per Post. Dauer: um die 4 Wochen. Nach 8 Wochen warten wir immer noch. Da muss doch irgendetwas schief gegangen sein? Ich frage beim Händler nach. Ob er sich bitte mal schlau machen könnte? Und prompt bekomme ich seine Antwort: Der Brief konnte nicht zugestellt werden und ist an die zuständige Behörde in Lissabon zurückgesandt worden.

vorläufiger Fahrzeugschein

Aber wir könnten gerne in Nazaré zur Registo (Zulassungs- bzw. Registrierstelle) gehen und dort um erneuten Versand bitten.

Puh, das auch noch. Am nächsten Tag mache ich mich auf dem Weg. Die Behörde nennt sich Conservatoria do Registo Civil. Aah, daran bin ich schon ein paarmal vorbeigelaufen, hatte immer gedacht, dass es sich um eine Musikschule handelt J.

Vor der Tür stehen schon ein paar Leute. In Coronazeiten darf immer nur einer zurzeit rein. Wenn sich dann die Tür öffnet, stürzen sich immer ein paar Leute auf die nette Dame und stellen ihre Fragen, holen sich vielleicht auch einen Termin? Ich schau mir das an und beim 2. Mal stürze ich mich auch auf sie: Fala inglés? Sprechen sie Englisch? Einer der ersten Sätze, die wir hier in Portugal lernten. Ich erkläre ihr unser Problem, sie wiederum gibt es an einen Kollegen weiter und ich habe Glück, wir benötigen keinen Termin, der Kollege kann sich gleich um mich kümmern. Ich zeige ihm die Email vom Händler. Alles kein Problem. Er schreibt eine Mail an die Behörde in Lissabon und wenn der Schein denn bei ihm eingetroffen ist, ruft er uns an. Kann eine Woche dauern. Nun gut, es hat drei Wochen gedauert, aber jetzt haben wir ihn!

So, jetzt könnten wir mit dem Auto endlich nach Deutschland fahren. Wenn nicht schon Spätherbst und Corona nicht wäre. Wir peilen das nächste Jahr an. Aber auch das ist nicht so einfach. Das Auto muss einmal im Jahr zum TÜV. Und wir können erst 3 Monate vor Ablauf den TÜV verlängern. Und da war doch noch etwas? Ja, Kfz.-Steuer müssen wir auch zahlen. In Portugal bekommt man dafür keine Rechnung vom Finanzamt und einen Abbuchungsauftrag gibt es auch nicht.  Aber: Es gibt online eine Möglichkeit. Man kann sich bei acesso.gov.pt. registrieren und hat dann Einblick in seine offenen Rechnungen und es soll dann auch möglich sein, die Kfz.-Steuer (ca. 58 Euro im Jahr für unser Auto) zu überweisen. Das wäre doch etwas für uns, denn wenn der Betrag fällig ist, dann sind wir in DE. Und zu spät zu zahlen ist hier fast noch schlimmer, als bei uns in DE.

Also fange ich an, mich auf der Seite zu registrieren. Puh, alles auf Portugiesisch. Das wird mühsam. Aber schließlich bin ich durch und erhalte die Meldung: Die Geheimnummer wird per Post zugestellt. Oh Mist, dass haut doch sicher nicht hin, ich hatte unsere deutsche Adresse angegeben, so wie sie auch bei unser portugiesischen Steuernummer hinterlegt ist. Dumm gelaufen. Und nun? Ich mache mich wieder auf zum Finanzamt. Eigentlich bräuchte man neuerdings einen Termin, um vorgelassen zu werden. Ich stelle mich dumm, es wartet eh nur ein Portugiese vor mir und als er das Gebäude verlässt, schummle ich mich einfach rein. Auch hier habe ich wieder Glück, es ist gleich jemand für mich da. Ich erkläre das Problem, welches letztendlich keines ist, denn ich bekomme vor Ort den Zugangscode. Muss ein Formular unterschreiben und kann mich anschließend zu Hause bequem am PC einloggen.

Tja und etwa eine Woche später erhalte ich Nachricht von unserer Freundin: bei ihr liegt ein Brief aus Portugal, könnte wichtig sein, verstehen tut sie jedoch nur Bahnhof, ist alles auf Portugiesisch geschrieben. Da ist doch glatt unser online beantragter Freischaltcode in DE angekommen. Alle Achtung, damit hätten wir nun nie gerechnet.

Portugiesisch lernen wäre doch nicht schlecht

Durch einen Segler, der hier in Nazaré schon länger mit seinem Schiff liegt, erhalten wir den Tipp, uns in der öffentlichen Schule in Sao Martinho do Porto zu einem kostenlosen Sprachkurs für Ausländer anzumelden. Der Ort liegt nur 10 km weiter südlich, ist also leicht mit dem Auto zu erreichen.

Wir wollen uns dort auf die Liste setzen lassen. Sollte doch einfach sein, oder? Aber da haben wir falsch gedacht. Portugiesen lieben die Bürokratie und Formulare. Ich bekomme schon mal 4 Seiten mit, dazu einen Zettel, zu welchen Behörden wir in Nazaré müssen.

Denn: wir benötigen nicht nur die Steuernummer, nein wir benötigen auch noch eine Bescheinigung, dass wir in Nazaré wohnen. Tun wir ja auch eigentlich, wenn auch auf unserem Schiff. Also machen wir uns auf zum Rathaus, nur um zu hören, dass wir einen Termin benötigen. Eine Woche später stehen wir dort wieder vor der Tür. Wir bekommen einen englischsprachigen Beamten zugewiesen. Erklären ihn, dass wir das Dokument benötigen, um zu Schule gehen zu können. Die angegebene Adresse SY Tanamera im Hafen von Nazaré wird akzeptiert und nach eine halben Stunden und 35 Euro ärmer sind wir im Besitz eines Certificado de Registo de Cidadao da Uniao Europeia. Aber das ist ja noch nicht alles, wir müssen noch ins Nachbargebäude und uns dort ein Atestado de Residencia holen. 

So, jetzt geht es wieder zur Schule, wir haben alles zusammen, um endlich auf die besagte Liste zu kommen. Ach ja, ein Passbild wird auch noch verlangt. Was tut man nicht alles, um portugiesisch zu lernen.

Das Ende vom Lied? Covidzeiten. Neue Regelungen. Wir bekommen zwei Wochen später eine Email, dass wir zwar immer noch schön auf deren Liste stehen, zurzeit aber keine Möglichkeit besteht, einen Kurs zu besuchen. Grrrrrrrr.

Und darauf brauchen wir jetzt einen Ginja, ein Art Likör, saulecker

Gespannt auf mehr Meer

Gespannt auf mehr Meer

Wir hatten schon über das Surfparadies von Nazaré geschrieben. Im Herbst/Frühjahr ist für die Surfer Hauptsaison. Einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen wir jetzt. Aber wirklich nur einen kleinen. Wir haben für die Surf-/Wellenvorhersage extra eine App installiert. MSW (Magicseaweed). Dort sehen wir die vorhergesagte Dünung und die Brandung. Freitag ist jetzt der Tag. Die vorhergesagte Dünung ist nur ca. 3 Meter hoch, aber durch den vor Nazaré liegenden Unterwassercanyon entsteht eine Brandung von um die 7 Metern.

Da müssen wir natürlich gucken gehen. Sogar Wolfgang lässt sein Werkzeug samt Boot links liegen und wir machen uns auf zum nördlichen Leuchtturm – wie hunderte anderer Menschen auch. So voll haben wir es hier noch nie gesehen. Wir sind ja wenigstens so schlau und gehen zu Fuß dorthin, Parkplätze sind dort nämlich Mangelware. Und insofern werden die ganzen Autos bzw. Schaulustigen, an denen wir vorbeilaufen, wohl erst das Spektakel sehen, wenn es vorbei ist – wenn sie denn mal einen Parkplatz gefunden haben.

Baden gehen ist heute verboten

Von dem Leuchtturm am Forte de Sao Miguel Arcanjo können wir alles gut überblicken. Auf der südlichen Seite, vor Nazaré ist kaum was los. Klar, die Brandung am Strand ist recht heftig und alle Badeflaggen stehen auf rot. Aber so richtig ab geht es im nördlichen Teil.

Es brandet und schäumt, dazwischen toben sich die Surfer und die jeweiligen Jetskihelfer aus. Es ist ja nur ein wirklich kleiner Vorgeschmack, auf das, was hier abgehen wird wenn es mit den Wellen erst einmal so richtig losgeht. Aber es ist so schon beeindruckend.

Die Surfer werden von den hochmotorigen Jet Skis in den Wartebereich gezogen. Die sollen so um die 500 PS unter der Haube haben. Die Fahrer verstehen ihr Geschäft. Wenn ein Surfer so eine Welle heruntergesurft ist, oder eventuell in Schwierigkeiten gerät, muss der Jetskifahrer schnell reagieren und die Surfer aus der Gefahrenzone wieder herausziehen. Von hier oben sieht es für uns teilweise beängstigend aus. Wir beobachten das Geschehen eine ganze Zeit und sind uns einig: wir sind mehr als gespannt auf „die perfekte Welle“.

Werftleben

Werftleben

Der Tag fing ruhig an. Morgens gehen wir in die Stadt, hinterher wird kurz  zu Mittag gegessen und  danach dösen wir halb auf der Couch ein. Nach so einem Mahl ist auch eine Mittagsstunde angesagt, oder?

Aber der Energiesparmodus wird jäh unterbrochen, als das Telefon klingelt. Dody ist dran: Alberto, der Kranführer meint, wir sollten doch bitte in 1,5 Std. am Kran sein. Heute! Morgen und Freitag würde viel anliegen und er würde uns lieber heute schon kranen. Da müssen wir uns sputen. Wolfgang geht zum Werftgelände zur Fa. Atlantic Marine und macht klar, dass wir die Bootsstützen und den Dampfstrahler heute noch benötigen, ich schicke Alec eine Nachricht wegen dem Mietcontainer und dem Baugerüst, gehe danach zum Marineoffice um zu zahlen.

Ein Wermutstropfen: wir kriegen keine Karte für die WC Anlagen im Südhafen. Sobald ein Schiff nicht mehr in der Marina liegt, darf man auch nicht mehr die WC´s benutzen. Keine Ausnahme. Es steht so in den Clubstatuten. Es wurde zu viel Schindluder getrieben und die Karte an andere weitergegeben. So müssen wir eben die nicht so schönen Anlagen in der Werft in Anspruch nehmen. Die Duschen dürfen wir aber für 1,50 Euro drüben in der Marina benutzen. Das ist wenigstens etwas.

Beim Kran erwarteten uns schon Dody und ihre Freunde Jörg und Steffi aus Hamburg von der SY BigFoot. Die beiden sind mit dem Auto unterwegs zu ihrem Schiff und haben hier einen Zwischenstopp eingelegt.

Dann geht alles ganz flott und ruck zuck stehen wir draußen.

Abends bekommen wir noch eine gründliche Bootsinspektion. Wunderten uns schon, was so an der Leiter rödelte. Bis plötzlich ein paar grüne Augen im Niedergang auftauchten. Es sind drei Katzen. Eine Mutter (Janis) mit Ihren 2 Jungen. Alles wird gründlich angeschaut, dann geht es wieder die Leiter runter, sie übernachten doch lieber drüben bei Dody.

Am nächsten Tag fangen wir  an und räumen die Sachen, die auf dem Schiff herumschwirren, um in den Container. Der ist zum Glück ganz schön groß, für die Langzeitnutzung zahlen wir 100 Euro per Monat. Aber es ist schon schön, einen abschließbaren Raum für die Segelsäcke, Farbe, Benzinkanister und und… zu haben.

Zwischendurch erzählt uns Dody, dass abends Grillen angesagt ist. Es wird eine große Runde, jeder hat eine Leckerei mitgebracht. Gerade richtig nach so einem anstrengenden Umzugstag.

Und wie immer gewöhnen wir uns schnell an das Werftleben. Es sind natürlich einige Negativpunkte, zusätzlich neben der Arbeit, die anliegt: Von und an Bord geht es nur über die Leiter, Schmutzwasser wird in der Schüssel gesammelt und dann per Eimer und Tau nach unten befördert. Die Einkäufe werden per Tampen hochgezogen und natürlich ist unsere Bordtoilette ist tabu.

Es ist hier zurzeit verhältnismäßig ruhig und auch nicht ganz so staubig wie vor zwei Jahren in Santa Cruz. Und bis jetzt ist es wettermäßig auch moderat in den Temperaturen. Nur ist es morgens erst noch recht feucht durch den Nebel, der sich hier herumtummelt. Meist verzieht er sich aber im Laufe des Vormittags und die Sonne kommt hervor.

Die To-Do Liste fürs Schiff ist recht lang. Die Hauptarbeit ist aber das Lackieren. Nicht nur das Unterwasserschiff ist fällig, nein auch der Rumpf incl. Deck. Der weiße Lack hat in der Karibik gelitten und ist stumpf und unansehnlich geworden. Der letzte Anstrich liegt ca. 6 Jahre zurück. Wir werden jetzt auch im Oberwasserbereich Jotun einsetzen. Mit der Marke als Antifouling sind wir schon hochzufrieden und jetzt hoffen wir, dass sich Jotun auch im oberen Bereich bewährt.

Wie lange wir jetzt hier draußen stehen werden, steht in den Sternen. Wir (Wolfgang) lassen es diesmal etwas ruhiger angehen und machen auch mal einen Tag blau.

Chillen mit Max
Werfttermin! – Werfttermin?

Werfttermin! – Werfttermin?

Nazaré ist ein Fischereihafen. Auf der Südseite sind ein paar Stege für Segler, bzw. Motorboote und auf der Nordseite befindet sich die eigentliche Marina. Wobei das Wort Marina falsch ist, denn es handelt sich um den Club Naval da Nazaré, ein Segelverein, der ein paar Liegeplätze für Besucher zur Verfügung stellt (in der Hauptsaison 133 Euro die Woche, 436 Euro per Monat, in der Nebensaison 305 Euro per Monat für ein 10 Meter Schiff).

Portugal Nazaré Hafen

Auf der Südseite befindet sich eine Werft der Docapesca. Dort waren wir gleich nach unserer Ankunft und hatten uns den Betrieb angeschaut und auch mit Alberto wegen einem Slip Termin gesprochen. Ja, Anfang August sollte es kein Problem sein.  Wir hätten auf das Wort sollte hören sollen.

Es ist eine sehr betriebsame Werft. Auf dem Gelände gibt es Boat Marine (Zubehör und Verkauf von Motorbooten) Atlantic Marine (allg. Bootsarbeiten, Zubehör, Yanmar Motorservice, Zubehör, Verleih von Bootsstützen) Alec (ein Engländer, der Niroarbeiten ausführt und auch Bootsstützen, Container verleiht). Erwähnenswert ist auch ein kleines Café/Bar namens Lena. Für eine Verschnaufpause nach der Arbeit am Boot gerade der richtige Ort.

Portugal Nazaré Hafen

Der Platz ist streng unterteilt in Plätze für GFKboote, Fischer und eine kleine Ecke ist für Stahlschiffe vorgesehen (nicht, dass diese „Rostschüssen“ die anderen Schiffe kontaminieren). Albeerto ist bei Docapesca angestellt und ist fürs Kranen zuständig. Er ist von der alten Schule. Computer, Smartphone, Terminkalender scheint er zu meiden, er hat alles im Kopf.

Seit einem Monat versucht Dody uns in das für uns nicht vorhandene Terminsystem in der Werft einzuführen, aber der Nebel lichtet sich bei uns nur langsam. Es ist für uns aber wirklich schwierig, das System hier zu verstehen, denn eigentlich gibt es keine Termine. Wenn ein Schiff ins Wasser geht, kommt das nächste an Land. Alberto weiß, dass wir auf einen Sliptermin warten, wie er uns allerdings kontaktieren will ist uns fraglich. Wir sollen halt öfter auf der Werft vorbeischauen. Mittlerweile wissen wir, wo wir hin sollen und wenn das Motorboot endlich ins Wasser kommt, können wir einen Tag und Uhrzeit mit Alberto ausmachen.

Portugal Nazaré Marina – noch haben wir es sehr bequem

Eigentlich sind es sogar zwei Motorboote, die demnächst zurück ins Wasser wollen. Eines soll halt diese Woche ins Wasser kommen (Das Motorboot wartet allerdings auf seine Schiffsschraube. Die ist beim Kalibrieren und die Firma hofft, dass sie es bis nächste Woche hinbekommt. Das wird eng werden, denn spätestens Freitag müssen wir an Land, denn danach hat Alberto 2 Wochen Urlaub…..), das andere wartet noch auf eine Abnahme.

Und das ist hier zurzeit eben ein größeres Problem. Alle Schiffe unter portugiesischer Flagge benötigen alle zwei Jahre eine Abnahme, so eine Art TÜV für Schiffe. Egal ob es sich um Fischer, Segelschiff oder Motorboot handelt. Dies wird durch die Capitaneria durchgeführt. Nur – der Chef der Capitaneria war an Covid erkrankt – seine Mitarbeiter wurden alle in Quarantäne geschickt. Und jetzt muss alles aufgearbeitet werden. Kein leichtes Unterfangen, denn sie sind nicht nur für Nazaré zuständig.

Jetzt wird uns auch langsam klar, warum wir hier so viele Schiffe unter belgischer, bzw. polnischer Flagge sehen.

Wir wollen die Bootsarbeiten ja selber ausführen, also nicht Atlantic Marine dafür anheuern. Insofern müssen wir uns auch selbst um Bootsständer, Dampfstrahler, Bootsgerüst bemühen. Das ist zum Glück recht einfach, denn wir können alles vor Ort mieten. Das hört sich jetzt teuer an, ist es aber eigentlich nicht. Für die Bootsstützen zahlen wir pro Tag um die 2,00 Euro. Bei Alec haben wir nach Gerüst und einem kleinen Container gefragt. Wir wissen sonst nicht wohin mit all dem Kram, den wir an Deck gestapelt haben. Das muss weg, wenn wir das Deck streichen. Für den Container verlangt Alec 120 Euro im Monat.

Die Preise der Werft sind auch sehr moderat. Travellift 82,57 Euro x 2, Standgebühr 92,43 pro Monat. Hinzu kommt noch die Steuer von 23 %. Für diese Preise nehmen wir dann auch gerne (grummel 😁) eine kleine Wartezeit in Kauf.. .

Nazaré – werden wir etwa sesshaft?

Nazaré – werden wir etwa sesshaft?

Mit dem Auto unterwegs – Santaré

Dody hat ein Auto. Das ist schön. Nur können wir ja nicht alle Naslang fragen, ob sie uns irgendwo hin fährt. Wir wollen auch eins! Und so schwer ist es dann gar nicht, in Portugal ein Auto zu bekommen, wenn man denn weiß, was man alles zu beachten hat. Viel ist es eigentlich nicht. Als erstes gehen wir zum Finanzamt und holen uns eine Steuernummer. Das ist kostenlos. Erste Hürde geschafft. Jetzt fehlt das Auto. Online gibt es zwei Seiten so ähnlich wie Ebay Kleinanzeigen (olx.pt und custojusto.pt). Dort melden wir uns an und schwupps, erhalten wir schon mal eine Auswahl an Fahrzeugen.

Die Kontaktaufnahme der Käufer erweist sich dann aber doch etwas schwierig. Ich schreibe und frage nach – auf Portugiesisch, dank Deepl Übersetzer. Nur, eine Antwort kommt selten. Anrufen können wir vergessen, portugiesisch können wir nicht. Außerdem merken wir schnell, dass es für die Autosuche auch besser wäre, eben ein Auto zu haben, um zu den einzelnen Leuten fahren zu können. Also muss ein Leihwagen her. Wir finden einen Anbieter in Nazaré und kurz darauf fahren wir zu einem Händler nach Benedito, 30 km entfernt. Er hatte ein passendes Fahrzeug online eingestellt.

Das einzige Problem: er kann kein Wort Englisch. Also kommt wieder Deepl Übersetzer dran, ab und zu wird sein Schwiegersohn per Handy angerufen, der kann englisch und wir setzen Dody ein. Ein paar Stunden später sind wir stolze Besitzer eines 20 Jahre alten Ford Focus. Etwas Papierkrieg ist dabei, aber nicht viel. Einen richtigen Kaufvertrag gibt es hier nicht. Eher so eine Art Besitzerbescheinigung. Der Händler hat das von offizieller Stelle bestätigen lassen und so circa in 3 bis 4 Wochen sollen wir vom Amt dann den Fahrzeugschein per Post erhalten. Das mit dem TÜV läuft auch anders. Jedes Jahr muss das Fahrzeug hin. Wir haben Glück, unser Wagen war gerade da gewesen. Und auch die Fahrzeugsteuer ist schon für ein Jahr bezahlt. Das ist nicht besitzerbezogen, sondern fahrzeugbezogen. Soll auch nicht teuer sein, so um die 30 Euro.

Jetzt fehlt ja nur noch die Autoversicherung. Dody hat für uns in Nazaré bei ihrer Versicherung nachgefragt. Dort würde es 270 Euro im Jahr kosten. Der Händler ruft vor Ort einige Versicherungen an und findet eine, die uns für 230 Euro Teilkasko versichert. Und er fährt uns sogar hin. Mit unserem Auto, das wir zwar noch nicht bezahlt haben, aber auch noch nicht versichert ist. Hier in Portugal ist es wohl nicht unüblich, wir hätten mit dem Wagen auch nach Nazaré fahren können und dort die Versicherung abschließen können. Rote Nummern wie in Deutschland sind hier unbekannt. Nachdem diese letzte Hürde genommen ist, sind wir jetzt endgültig nach 5 Jahren mal wieder Besitzer eines Fahrzeuges.

Es ist für uns einfach einfacher. Teilweise sind die Wege hier leider etwas weiter. Dazu kommt, dass wir wohl einige Monate, wenn nicht sogar ein Jahr in Portugal bleiben. Wir wissen es einfach noch nicht. Fest steht aber, dass wir mit dem Wagen nach DE fahren werden. Wir können das Schiff etwas mehr entrümpeln und auf dem Wege zurück können wir den Wagen mit ganz vielen Köstlichkeiten beladen.