Nazaré – werden wir etwa sesshaft?

Nazaré – werden wir etwa sesshaft?

Mit dem Auto unterwegs – Santaré

Dody hat ein Auto. Das ist schön. Nur können wir ja nicht alle Naslang fragen, ob sie uns irgendwo hin fährt. Wir wollen auch eins! Und so schwer ist es dann gar nicht, in Portugal ein Auto zu bekommen, wenn man denn weiß, was man alles zu beachten hat. Viel ist es eigentlich nicht. Als erstes gehen wir zum Finanzamt und holen uns eine Steuernummer. Das ist kostenlos. Erste Hürde geschafft. Jetzt fehlt das Auto. Online gibt es zwei Seiten so ähnlich wie Ebay Kleinanzeigen (olx.pt und custojusto.pt). Dort melden wir uns an und schwupps, erhalten wir schon mal eine Auswahl an Fahrzeugen.

Die Kontaktaufnahme der Käufer erweist sich dann aber doch etwas schwierig. Ich schreibe und frage nach – auf Portugiesisch, dank Deepl Übersetzer. Nur, eine Antwort kommt selten. Anrufen können wir vergessen, portugiesisch können wir nicht. Außerdem merken wir schnell, dass es für die Autosuche auch besser wäre, eben ein Auto zu haben, um zu den einzelnen Leuten fahren zu können. Also muss ein Leihwagen her. Wir finden einen Anbieter in Nazaré und kurz darauf fahren wir zu einem Händler nach Benedito, 30 km entfernt. Er hatte ein passendes Fahrzeug online eingestellt.

Das einzige Problem: er kann kein Wort Englisch. Also kommt wieder Deepl Übersetzer dran, ab und zu wird sein Schwiegersohn per Handy angerufen, der kann englisch und wir setzen Dody ein. Ein paar Stunden später sind wir stolze Besitzer eines 20 Jahre alten Ford Focus. Etwas Papierkrieg ist dabei, aber nicht viel. Einen richtigen Kaufvertrag gibt es hier nicht. Eher so eine Art Besitzerbescheinigung. Der Händler hat das von offizieller Stelle bestätigen lassen und so circa in 3 bis 4 Wochen sollen wir vom Amt dann den Fahrzeugschein per Post erhalten. Das mit dem TÜV läuft auch anders. Jedes Jahr muss das Fahrzeug hin. Wir haben Glück, unser Wagen war gerade da gewesen. Und auch die Fahrzeugsteuer ist schon für ein Jahr bezahlt. Das ist nicht besitzerbezogen, sondern fahrzeugbezogen. Soll auch nicht teuer sein, so um die 30 Euro.

Jetzt fehlt ja nur noch die Autoversicherung. Dody hat für uns in Nazaré bei ihrer Versicherung nachgefragt. Dort würde es 270 Euro im Jahr kosten. Der Händler ruft vor Ort einige Versicherungen an und findet eine, die uns für 230 Euro Teilkasko versichert. Und er fährt uns sogar hin. Mit unserem Auto, das wir zwar noch nicht bezahlt haben, aber auch noch nicht versichert ist. Hier in Portugal ist es wohl nicht unüblich, wir hätten mit dem Wagen auch nach Nazaré fahren können und dort die Versicherung abschließen können. Rote Nummern wie in Deutschland sind hier unbekannt. Nachdem diese letzte Hürde genommen ist, sind wir jetzt endgültig nach 5 Jahren mal wieder Besitzer eines Fahrzeuges.

Es ist für uns einfach einfacher. Teilweise sind die Wege hier leider etwas weiter. Dazu kommt, dass wir wohl einige Monate, wenn nicht sogar ein Jahr in Portugal bleiben. Wir wissen es einfach noch nicht. Fest steht aber, dass wir mit dem Wagen nach DE fahren werden. Wir können das Schiff etwas mehr entrümpeln und auf dem Wege zurück können wir den Wagen mit ganz vielen Köstlichkeiten beladen.

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