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Schlagwort: Nazaré

Gespannt auf mehr Meer

Gespannt auf mehr Meer

Wir hatten schon über das Surfparadies von Nazaré geschrieben. Im Herbst/Frühjahr ist für die Surfer Hauptsaison. Einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen wir jetzt. Aber wirklich nur einen kleinen. Wir haben für die Surf-/Wellenvorhersage extra eine App installiert. MSW (Magicseaweed). Dort sehen wir die vorhergesagte Dünung und die Brandung. Freitag ist jetzt der Tag. Die vorhergesagte Dünung ist nur ca. 3 Meter hoch, aber durch den vor Nazaré liegenden Unterwassercanyon entsteht eine Brandung von um die 7 Metern.

Da müssen wir natürlich gucken gehen. Sogar Wolfgang lässt sein Werkzeug samt Boot links liegen und wir machen uns auf zum nördlichen Leuchtturm – wie hunderte anderer Menschen auch. So voll haben wir es hier noch nie gesehen. Wir sind ja wenigstens so schlau und gehen zu Fuß dorthin, Parkplätze sind dort nämlich Mangelware. Und insofern werden die ganzen Autos bzw. Schaulustigen, an denen wir vorbeilaufen, wohl erst das Spektakel sehen, wenn es vorbei ist – wenn sie denn mal einen Parkplatz gefunden haben.

Baden gehen ist heute verboten

Von dem Leuchtturm am Forte de Sao Miguel Arcanjo können wir alles gut überblicken. Auf der südlichen Seite, vor Nazaré ist kaum was los. Klar, die Brandung am Strand ist recht heftig und alle Badeflaggen stehen auf rot. Aber so richtig ab geht es im nördlichen Teil.

Es brandet und schäumt, dazwischen toben sich die Surfer und die jeweiligen Jetskihelfer aus. Es ist ja nur ein wirklich kleiner Vorgeschmack, auf das, was hier abgehen wird wenn es mit den Wellen erst einmal so richtig losgeht. Aber es ist so schon beeindruckend.

Die Surfer werden von den hochmotorigen Jet Skis in den Wartebereich gezogen. Die sollen so um die 500 PS unter der Haube haben. Die Fahrer verstehen ihr Geschäft. Wenn ein Surfer so eine Welle heruntergesurft ist, oder eventuell in Schwierigkeiten gerät, muss der Jetskifahrer schnell reagieren und die Surfer aus der Gefahrenzone wieder herausziehen. Von hier oben sieht es für uns teilweise beängstigend aus. Wir beobachten das Geschehen eine ganze Zeit und sind uns einig: wir sind mehr als gespannt auf „die perfekte Welle“.

Nazaré – werden wir etwa sesshaft?

Nazaré – werden wir etwa sesshaft?

Mit dem Auto unterwegs – Santaré

Dody hat ein Auto. Das ist schön. Nur können wir ja nicht alle Naslang fragen, ob sie uns irgendwo hin fährt. Wir wollen auch eins! Und so schwer ist es dann gar nicht, in Portugal ein Auto zu bekommen, wenn man denn weiß, was man alles zu beachten hat. Viel ist es eigentlich nicht. Als erstes gehen wir zum Finanzamt und holen uns eine Steuernummer. Das ist kostenlos. Erste Hürde geschafft. Jetzt fehlt das Auto. Online gibt es zwei Seiten so ähnlich wie Ebay Kleinanzeigen (olx.pt und custojusto.pt). Dort melden wir uns an und schwupps, erhalten wir schon mal eine Auswahl an Fahrzeugen.

Die Kontaktaufnahme der Käufer erweist sich dann aber doch etwas schwierig. Ich schreibe und frage nach – auf Portugiesisch, dank Deepl Übersetzer. Nur, eine Antwort kommt selten. Anrufen können wir vergessen, portugiesisch können wir nicht. Außerdem merken wir schnell, dass es für die Autosuche auch besser wäre, eben ein Auto zu haben, um zu den einzelnen Leuten fahren zu können. Also muss ein Leihwagen her. Wir finden einen Anbieter in Nazaré und kurz darauf fahren wir zu einem Händler nach Benedito, 30 km entfernt. Er hatte ein passendes Fahrzeug online eingestellt.

Das einzige Problem: er kann kein Wort Englisch. Also kommt wieder Deepl Übersetzer dran, ab und zu wird sein Schwiegersohn per Handy angerufen, der kann englisch und wir setzen Dody ein. Ein paar Stunden später sind wir stolze Besitzer eines 20 Jahre alten Ford Focus. Etwas Papierkrieg ist dabei, aber nicht viel. Einen richtigen Kaufvertrag gibt es hier nicht. Eher so eine Art Besitzerbescheinigung. Der Händler hat das von offizieller Stelle bestätigen lassen und so circa in 3 bis 4 Wochen sollen wir vom Amt dann den Fahrzeugschein per Post erhalten. Das mit dem TÜV läuft auch anders. Jedes Jahr muss das Fahrzeug hin. Wir haben Glück, unser Wagen war gerade da gewesen. Und auch die Fahrzeugsteuer ist schon für ein Jahr bezahlt. Das ist nicht besitzerbezogen, sondern fahrzeugbezogen. Soll auch nicht teuer sein, so um die 30 Euro.

Jetzt fehlt ja nur noch die Autoversicherung. Dody hat für uns in Nazaré bei ihrer Versicherung nachgefragt. Dort würde es 270 Euro im Jahr kosten. Der Händler ruft vor Ort einige Versicherungen an und findet eine, die uns für 230 Euro Teilkasko versichert. Und er fährt uns sogar hin. Mit unserem Auto, das wir zwar noch nicht bezahlt haben, aber auch noch nicht versichert ist. Hier in Portugal ist es wohl nicht unüblich, wir hätten mit dem Wagen auch nach Nazaré fahren können und dort die Versicherung abschließen können. Rote Nummern wie in Deutschland sind hier unbekannt. Nachdem diese letzte Hürde genommen ist, sind wir jetzt endgültig nach 5 Jahren mal wieder Besitzer eines Fahrzeuges.

Es ist für uns einfach einfacher. Teilweise sind die Wege hier leider etwas weiter. Dazu kommt, dass wir wohl einige Monate, wenn nicht sogar ein Jahr in Portugal bleiben. Wir wissen es einfach noch nicht. Fest steht aber, dass wir mit dem Wagen nach DE fahren werden. Wir können das Schiff etwas mehr entrümpeln und auf dem Wege zurück können wir den Wagen mit ganz vielen Köstlichkeiten beladen.

Nazaré

Nazaré

08.07.20 Nazaré

Sind wir wirklich schon 1 Woche hier? Gott, vergeht die Zeit.

Portugal Nazaré Hafen

Nazaré gefällt uns. Es ist ein kleiner, touristischer Ort, nur zurzeit ohne die Massen an ausländischen Touristen. Nazaré hat nur etwa 10000 Einwohner, kommt uns aber irgendwie größer vor. Wahrscheinlich, weil der Ort aus einer Ober- und Unterstadt besteht und so größer wirkt.

Das Erste, was uns bei der Ankunft aufgefallen ist, ist der Strand. Links und rechts von Nazaré gibt es kilometerlange, weiße Strände. Wegen der Brandung ist es nicht unbedingt ein Badeparadies aber dafür umso mehr für Wellensurfer. Vor einigen Jahren wurde hier eine Welle von sage und schreibe 30 Metern Höhe gemessen. Dabei ist Nazaré erst seit ungefähr 2010 als Surfparadies ins Gerede gekommen, als DER Surfer McNamara Nazaré besuchte. Die gewaltigen Wellen, die im Herbst bzw. Frühjahr entstehen, werden durch einen Unterwassercanyon erzeugt

Nazaré, die Unterstadt, hat eine tolle Strandpromenade. Natürlich mit vielen Souvenirshops, Bars und Restaurants. Sehr oft sehen wir ältere Frauen, die am Gehweg sitzen und ein Schild in die Höhe halten: Wohnungen zu vermieten. Und das gleich in verschiedenen Sprachen. Die vielen Seitenstraßen sind schmal und auch dort finden wir immer wieder nette Lokale und Cafés, sogenannte Pastelarien. Die gibt es wahrlich wie den Sand am Meer. Es ist schön, draußen zu sitzen, einen Milchcafé der Espresso zu schlürfen und dabei die Passanten zu beobachten. Und dazu vielleicht noch ein leckeres Vanilletörtchen? Einfach lecker und hier auch endlich mal wieder bezahlbar.  Dann natürlich die Restaurants. Wir haben Nachholbedarf und haben schon einiges ausprobiert. Preise unter 10 Euro ein Gericht und bisher was alles megalecker.

In den kleinen Seitenstraßen gibt es natürlich nicht nur Bars, sondern auch Apartments, Mietwohnungen, Ferienwohnungen. Nicht selten steht unten auf der Straße ein kleiner Grill. Wo soll der arme Portugiese auch sein Mittagessen grillen, wenn kein Balkon vorhanden ist. Und manchmal stolpert man sozusagen über ein Gestell mit Fisch, welcher zum Trocknen in der Gasse steht.

Warum haben wir eigentlich Nazaré als Anlaufhafen gewählt? Schon vor Monaten haben wir nach einem Liegeplatz für unsere Tanamera gesucht. Nicht so einfach in der Covid 19 Zeit. Die Kanaren wollten wir vorerst nicht anlaufen, uns schwebte das Festland vor. Und da dachten wir natürlich erst einmal an die Algarve. Lagos, Faro, Portimao. Alles hörte sich gut an, bis wir uns nach Marinepreisen erkundigten. Bis Oktober, also in der Hochsaison, hätten wir für unser kleines Schiffchen pro Monat 900 Euro berappen müssen!! Ja, kein Scherz. Absolut nicht tragbar und so suchten wir nach Ausweichmöglichkeiten. Wolfgang fragte im TO Forum nach, ob nicht jemand einen Geheimtipp hätte. Tja, und da kam halt Dody ins Spiel. Sie schwärmte uns von Nazaré vor. Nachdem wir dann das Angebot der Marina erhielten (430 Euro in der Hochsaison) war für uns alles klar. Gen Süden können wir immer noch.

Die ersten Tage kommen wir kaum zum Luftholen. Dody nimmt uns unter ihre Fittiche. Da sie hier schon ein paar Jahre ihr Schiff in der Werft renoviert (tongabonds.com) kennt sie sich hier aus, kann fließend Portugiesisch. Wir schauen uns als erstes natürlich die Werft an, fragen nach einem Sliptermin. Alles macht einen guten Eindruck, schnell steht fest, dass wir hier das Schiff überholen werden.

Dann kommt natürlich die obligatorische Fahrt zum Supermarkt, Bauhaus, Mediamarkt, Aldi, Lidl. Ein Schlaraffenland. Nur eben anstrengend für uns. Nach so langer Zeit der Inaktivität von 0 auf 100, das kostet Kraft, dazu die vielen neuen Eindrücke. Aber es macht Spaß. Zwischendurch wird ja auch mal eine Pause gemacht, ein Café oder ein Bier getrunken. So schaffen wir in der ersten Woche schon verdammt viel. Wir wissen, wo wir die Jotun Farbe für unser Schiff herbekommen, haben die Telefonnummer eines Segelmachers, der allerdings in Lissabon sitzt und ein paar Onlinebestellungen sind auch schon raus.

Manuelle Segelwaschanlage
Portugal Nazaré – und noch mal Strand……

Karibik – Portugal 2. Teil

Karibik – Portugal 2. Teil

Dienstag 16.06.

Etmal 97
Mittag. Hack, Dose Mischgemüse, Schafskäse, Reis

Endlich mal gutes Segeln. Sind aus der Gegenströmung raus und segeln mit 5 Knoten gen NE.

Mittwoch 17.06.

Der Wind ist total eingeschlafen. Motoren Richtung 40 Grad Nord, dort soll es ab Donnerstag Wind geben. Aber es ist etwas rollig durch Schwell.

Etmal 118
Mittag Pizza

Donnerstag 18.06.

Endlich WSW Wind. Beide Vorsegel sind ausgerollt und wir laufen um die 5 Knoten. Herrlich, endlich geht es nach Osten.
Etmal 122
Mittag: Lasagne

Freitag 19.06.

Etmal 119
Mittag: Lasagne

Samstag 20.06.

Etmal 134
Mittag: Spagetti Carbonara
Haben immer noch achterlichen Wind

Sonntag 21.06.

Etmal 133
Mittag Dose Ravioli

Es ist wieder ruppiger geworden. Laufen jetzt wieder mit 2 fach gerefftem Groß und Genua.
Was für eine mistige erste Nachthälfte. Ich hatte 25 bis max. 30 Knoten. Wir machten mal wieder Bocksprünge ohne Ende. Kein Spaß. Dann mit einem Schlag war alles vorbei. War das schon die Front?

Montag 22.06.

Ne, die Front soll wohl noch kommen. Anscheinend waren wir mal wieder in einem Trog. Jetzt haben wir gerade mal 13 Knoten und düddeln mit 4 Knoten dahin. Noch 53 Meilen bis nach Flores. Gehen südlich rum und von dort dann wieder auf Ostkurs.

wenigstens warmes Sch..wetter

Etmal 121
Mittag Frikadellen mit Erdnussosse und Bohnen

Blöd, fahren an Flores im Dunkeln vorbei

Die Front ist gegen 17.30 durch. In Sekundenschnelle hatten wir NW/N/NE Wind bis 27 Knoten. Jetzt gegen halb acht ist der Wind auf 9 Knoten runtergegangen und kommt aus NE. Wir drehen bei, da wir keine Lust haben, gen Süden zu segeln. Beim Herunternehmen vom Großsegel sehen wir einen Riss. Da haben wir ja noch Glück im Unglück gehabt. Das Beidrehen ist aber auch nicht der Hit. Die Wellen platschen gegen das Heck. Das Schiff macht unangenehme Bewegungen. Wolfgang ist kaum im Bett, geht der Wasseralarm. 4 Liter mindestens befinden sich in der Bilge. Dadurch, dass die Wellen beim Beidrehen so ans Heck klatschen, schießt Wasser durch die Öffnung der Lenzpumpe. Ok, wir hätten, damit wir beim Beidrehen mit dem Schiff im richtigen Winkel zum Wind liegen, am Heck unser Sturmsegel setzen sollen. Dazu waren wir aber zu faul, wussten ja, dass es nur für eine kurz Zeit aus der falschen Richtung blasen würde. Als der Wind plötzlich wieder aus NW kommt, setzen wir die Fock. Jetzt machen wir 2 Knoten Geschwindigkeit, toll. Morgen früh muss ich unbedingt das Groß reparieren, sonst kommen wir nirgendwohin.

Dienstag 23.06.

Etmal 91
Mittag Dose Linseneintopf

Wind kommt jetzt aus Nord. Haben heute Morgen das Groß inspiziert. Der Riss ist unter dem zweiten Reff. Wolfgang hat den Riss geklebt und danach haben wir es gesetzt. (Da wir das Segel nicht ausgerefft haben, sondern immer noch mit dem 2. Reff gesetzt haben, war das trotz Riss zum Glück noch möglich) Segeln ist etwas ruppig aber nicht schlecht.

Es sind noch 950 Meilen bis Portugal/Festland. Mit Glück sind wir am 1.7. da. Da die Wettervorhersage für die nächsten Tage sehr gut aussieht und wir kaum Diesel verbraten haben, haben wir uns entschlossen, die Azoren rechts liegen zu lassen. Wir gehen weiter Richtung Nazaré, Portugal. In Horta würden wir sowieso vorerst nur Ankern können, auch wenn es immer mehr Lockerungen gibt und es in den nächsten Tagen wohl für die Segler einen Covid Test geben soll. Danach darf man dann an Land. Positiv wird sowieso kein Test ausfallen, denn die Segler, die dort ankommen, waren eh mindestens 3 Wochen auf See.

nur eine von hunderten von portugiesischen Galeeren, an die wir vorbeisegelten

Mittwoch 24.06.

Der Wind ist total eingeschlafen. Nur der Restschwell ist leider noch da.
Etmal 111
Mittag: Bratkartoffeln

Danach Groß repariert, ausgerefft und wieder gesetzt

Donnerstag 25.06.

Gegen Mitternacht haben wir das Groß wieder geborgen, der Wind kam immer mehr von hinten. Genua gesetzt und Fock ausgebaumt. Der Wind nahm stetig zu.
Jetzt zum Morgen hin haben wir 18 Knoten und laufen 6 Knoten. Noch 750 Meilen. Hatte gestern noch Internet und habe Emails abgerufen und auch sonst mal gestöbert. Bei Facebook habe ich kurz reingeschaut. Hätte ich man lieber nicht machen sollen, denn dort berichteten 2 Yachten, dass sie einen Wal kollidiert sind. Bei einem war nichts weiter passiert, bei dem anderen kam durch einen abgebrochenen Kielbolzen Wasser ins Schiff. Puh, jetzt bin ich natürlich leicht beunruhigt. Na ja, wir segeln ja nördlich der Azoren, die Unfälle waren alle südlich von Horta. Aber trotzdem, das wäre der pure Alptraum. Dafür hatten wir wieder Delfine. Schon bestimmt zum 4. Mal.
Etmal 124
Mittag Gulasch

Freitag 26.06.

Etmal 131
Mittag Hack, Kokosnussmilch, Curry, Rosenkohl

Guter, achterlicher Wind, mehr als Chris erwartet hat. Bis 20 kn, aber dadurch kommen wir sehr gut voran.

sieht zum Glück nur bedrohlich aus

Sonntag 28.06.

In der Nacht hatten wir relativ guten Wind, aber böig. Mal 10 kn mal 15 kn.


Etmal 104 sm
Mittag Kartoffelstampf mit Spiegelei

Montag 29.06.

Etmal 129
Mittag: tja, hab ich vergessen, aufzuschreiben
Nacht guter Wind um die 17 kn. Wenn es so bleibt, schaffen wir es noch am Mittwochnachmittag anzukommen. Der Wind schralt jetzt allerdings. Teilweise kommt er aus N, dann wieder NNE. Laufen hoch am Wind, das nervt etwas.


Dienstag 30.06.

Etmal 132
Mittag. Erdnusshack mit Nudeln

Samstag 27.06.

Etmal 123
Mittag Pizza

Wind hat leider nachgelassen, nur noch 10 Knoten. Laufen jetzt 3 Knoten.

Das Unterliek der Genua musste „notfixiert“ werden
In der Nähe der Küste vermehrt sich jetzt der Schiffsverkehr
Portugal-Nazaré – endlich!

Mittwoch 01.07.20 Nazaré Portugal

Den ganzen Tag motoren wir, ich will auf jeden Fall heute noch ankommen. Und es klappt. Eine Stunde vor Büroschluss sind wir im Hafen. Dody steht schon an der Mole, winkt  uns zu und die Marina ruft uns auf VHF und weißt uns einen Liegeplatz zu. Dody steht kurze Zeit später vor uns. Wir verstehen uns auf Anhieb. 2 große Einkaufstaschen mit frischen Sachen hat sie für uns zur Begrüßung besorgt. Echt rührend.  Kennengelernt haben wir uns durch das Trans Ocean e.V. Forum. Dort hatte sie uns viele Fragen bezüglich Nazaré, Marina und Werft beantwortet. Aufgeklart wird das Schiff heute nicht mehr – wir trinken Sekt und später am Abend mache ich  noch ein kleines Omelett mit etwas Salat und so lassen wir den Tag wunderschön ausklingen.

Dody – ein toller Empfang in Nazaré. Dankeschön

Das einklarieren war hier übrigens total easy. Eigentlich war es gar nicht vorhanden. Wir haben nur bei der Marina eingecheckt, das war´s. Keine Quarantäne, nichts. Offiziell sind die Grenzen aber auch genau ab heute offen.

4,5 Wochen waren wir unterwegs. 3700 Seemeilen haben geschafft. 5 Tage davon sind wir motort bzw. sind motorgesegelt (Segel oben zur Unterstützung + Motor) Unsere Dieseltanks sind immer noch halb voll und die Kanister an Deck brauchten wir auch nicht. Eigentlich kein schlechter Durchschnitt. Gut, wir haben auf Grund der langen Strecke auch mit dem Motoren geknausert, hatten dadurch natürlich auch die „Rekordetmale“ von 85 Seemeilen. Die meiste Zeit mussten wir mit halben Wind bzw. hoch am Wind segeln. Nur für einige kurze Tage hatten wir mal den richtigen Passatwind von hinten. Ach ja, nur eine Minifront passierte uns. Die beiden Tröge mit den 30 Knoten, die vergessen wir lieber. Alles in allem wirklich kein soooo schlechter Trip. Da sieht man mal wieder, wie schnell das „Segelalzheimer Syndrom“ greift. Wie oft ich in den Notizen „alles Sch..“ geschrieben habe – das ist jetzt alles wieder vergessen.

Chaos, aber aufgeräumt wird später
Unsere Routen der letzten 5 Jahre, die Schlangenlinie Richtung Portugal ist von diesem Jahr